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Herrchen hüpf!
Aus dem aufregenden Leben einer frechen Hündin
Versteckspielverderber
Herrchen will es sich heute mal wieder ganz bequem machen. Kurze Pippirunde und dann schön wieder hinter den Ofen. OK, es ist kalt, aber das heißt ja noch lange nicht, dass ich zu Hause bleiben muss. Während sich Herrchen seine Zeitung schnappt, packe ich den Futterbeutel und schmeiß ihm den vor die Füße. So lange, bis sein dickes Köpfchen hinter der Zeitung hervorlugt und er mich anblickt. Jetzt weiß er, wenn er nicht gleich mit mir spielt, nehme ich die Wohnung auseinander. Also steht er auf und versteckt den Futterbeutel. Natürlich will er mich ärgern und versteckt ihn in der Badewanne. Weil er das immer macht, finde ich das Ding natürlich ganz schnell. Danach schiebt er unter das Kopfkissen im Bett. Auch dieses Versteck kenne ich natürlich. Danach liegt das Ding unter dem Kühlschrank, auch kein Problem, habe ich gespeichert. Herrchen wird jetzt richtig wütend - und schmeißt das leckere Spielzeug aus dem Fenster. Genau da wollte ich ihn hinhaben. Weil er sich danach ärgert, nimmt er mich an die Leine und wir gehen doch noch Gassi. Im Vorbeigehen hole ich mir den Futterbeutel. Prima, so habe ich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
Auf Scharchtour
Herrchen ist ein Gewohnheitstier. Jeden Tag zieht er mit mir die selbe Runde, immer den selben Weg, einmal rund um den Grunewaldsee. Gähn. Hier kenne ich mittlerweile jeden Ast, jeden Haufen und jeden Hund. Die meisten davon kann ich nicht mehr riechen. Heute muss ich Herrchen mal wieder an die Leine nehmen. Als wir aus dem Wagen steigen, zerre ich ihn gleich mal in eine andere Richtung. Kriegt der gar nicht mit, weil er mal wieder sein Handy vollspucken muss. Wir gehen als links herum. Und siehe da, vor uns taucht eine Lichtung auf. Eine kleine Oase mitten im Grunewald. Mit Sandbergen, Birkenwäldchen, wunderschön. Und mit Bänken, wo sich das ach so erschöpfte Herrchen hinsetzen kann, während ich fröhlich über die Hügel tobe. Und dann tauchen auch noch ein paar wollige Typen auf und blöken mich freundlich an. Diese Viecher kenne ich aus Portugal, die lassen sich prima in die Ecken treiben. Leider ist ein Zaun zwischen ihnen und mir, aber es macht trotzdem Spaß. Bis Herrchen sich wieder erholt hat und wir weiterziehen. Morgen werde ich ihn mal woanders hinschicken. Ich bin ein Hund und kein Gewohnheitstier.
Wilde Sau auf zwei Beinen
Der Typ ist doch nicht ganz dicht. Macht ein auf ganz hart. Sitzt ja auch im Auto, der Feigling. Seit Tagen heizt der Förster nun schon durch den Grunewald und nervt mich beim Spielen. Nach dem Motto " Ich bremse nicht für Hunde" treibt er uns von den Wegen. Beinahe hat er mich sogar erwischt. Aber ich bin ja schnell. In Ruhe bellen kann ich auch nicht, ständig fährt mir eine Motorsäge in die Arie, Bäume fallen uns krachend vor die Füße. Herrchen schlottern die Knie. Er hat Angst um mich und sich, will dem wild gewordenen Förster an die Kandarre. Aber warum? Ein bißchen Aufregung kann doch nicht schaden. Mein Reaktionsvermögen wird geschult und die umgesägten Bäume nutze ich für ein Hindernisrennen mit meinen vierbeinigen Kumpels.
Matschklatsche
Armes Herrchen. Wie er wieder schimpft und schnauft. Sieht auch irgendwie komisch aus, wie er mit seinen Gummistiefeln durch den Matsch watschelt. Unbeholfen, plump, wie es nur ein Zweibeiner sein kann. Mir macht der schrumpfende Schnee überhaupt nichts aus. Leichten Pfotes betrete ich einfach nur die Fußstapfen, die andere Hunde schon vor mir in den Schnee getreten haben. Und wenn die mal nicht da sind, komme ich auf den ausgetretenen Wildschweinpfaden locker weiter. Als Herrchen das mitkriegt, versucht er mir das nachzumachen. Klappt natürlich nicht. Der Kerl lebt einfach auf zu großen Füßen!
Fundgrube
Ich liebe diese Tauwetter. Herrchen nicht. Er ist mal wieder genervt und schimpft über den Dreck, der jetzt wieder zu Tage tritt: Verfaulte Silvester-Böller, jede Menge Kippen, Hundehaufen und anderer Zivilisationsdreck. Für mich aber ist jedes Gassi gehen ein Wandel durch das Hunde-Schlaraffenland. Alte Dönerreste, gefrorene Brotkrumen, steife Hähnchenknochen. Was will ich mehr. Damit Herrchen auch wieder Spaß am Leben hat, sammele ich für ihn verlorene Handschuhe auf. Wir haben schon einen ganzen Sack voll zu Hause. Wenn Herrchen Glück hat, finde ich seine Handschuhe ja auch wieder.
Trickköter
Jetzt dreht Herrchen durch. Nur weil im Fernsehen so ein affiger Terrier auf seinem Halter herumgetanzt hat und dieser komische Dieter Bohlen das toll fand, muss Herrchen mir jetzt auch Kunsstückchen beibringen. "Sitz", "Platz", "Komm" und all den anderen Kram kann ich ja schon und auch alle zehn Pfötchen geben ist kein Problem, aber jetzt will er auch noch, dass ich lese. Na, wenn da keine Tonne Leckerlis folgt, dann kann er mich mal. Er hält mir eine Dose hin, in der es verdächtig nach Putenstreifen riecht. Irgendwas steht auf der Dose drauf, keine Ahnung was. Aber Herrchen hebt den Zeigefinger und ich weiß, ich soll mich setzen. Ist da ganz einfach. Auch auf der zweiten Dose steht was. Herrchen winkt mit der Hand nach unten und ich lege, wie ich es gelernt habe, hin. Die dritte Dose hält er mir so vor die Nase und lockt mich mit der Hand heran, dass ich ihm Pfötchen gebe. Haben wir ja schon alles bis zum Erbrechen geübt. Ok, die Putenstreifen schmecken lecker. Und Herrchen ist stolz wie Oskar. Was dieses merkwürdige Gekritzel auf den Dosen darstellen soll, bleibt mir aber ein Rätsel.
Knack & Knirsch
Mein Herrchen ist mal wieder in Sorge. Hat Angst um seine kleine Hündin. Dabei kann ich doch schon ganz gut auf mich selber aufpassen, oder? Auf jeden Fall macht es mir mächtig Spaß, auf dem zugefrorenen Grunewaldsee herumzutollen. Machen die anderen Hunde ja auch. So viel Tobefläche, alles glatt, ich kann prima rutschen und Schnee auseinanderpflügen. Unter mir knirscht und knackt es. Hört sich unheimlich an, aber passiert nichts weiter. Aber Herrchen brüllt, ich soll runter vom Eis. Es knackt noch doller. Na gut, dann zieh ich mal hier Leine. Ich weiß zwar nicht, was da unter mir passiert, aber ausnahmsweise gehorche ich Herrchen. Manchmal hat auch er mal einen guten Riecher.
Eiskunstgassi
Was Herrchen nun schon wieder hat. Der stellt sich vielleicht an. Nur weil die ganze Gegend eine einzige Eisfläche ist, weil die Leute zu faul sind, zu streuen. Mir macht das nix aus. Ich habe vier Pfoten und Superkrallen mit denen ich locker über die glatten Flächen flitzen kann. Aber ich muss ja auf Herrchen Rücksicht nehmen, wenn der schon morgens in der Dunkelheit mit mir Gassi geht. Der läuft wie auf rohen Eiern. Das sieht aus, als wenn Frauchen im Abendkleid und mit Stöckelschuhen zur Theaterpremiere will. Ich bell mich schief. Aber ich bin ja nicht so. Vorsichtig manövriere ich Herrchen zwischen den Eisblöcken durch, damit er nicht auf die Schnauze fällt. Wer macht mir sonst morgens das Futter, wenn Frauchen noch schläft. Brav folgt er mir in meinen Pfotenstapfen. Ich führe ihn - direkt zum Zeitungsladen. Schließlich wartet dort ein Leckerli auf mich. Tja, wer führt, bestimmt die Richtung.
Eis, Eis, Bello!
Ich weiß gar nicht, was Herrchen schon wieder hat. Schreit mal wieder mächtig hinter mir her. Dabei mache ich doch nur das, was ich als Straßenköter in Portugal gelernt habe. Ich stopfe mir alles ins Maul, was Mutter Erde so von sich gibt. Gut, dass ich scharfe Krallen habe. Da stören mich Schnee und Eis überhaupt nicht. Am liebsten mag ich gefrorene Pferdeäpfel. Das knirscht und knackt, als wenn Herrchen Kartoffelships knabbert. Herrchen hat natürlich Angst, dass ich mir den Magen verderbe. Dieses Weichei. Wenn der wüsste, mit was ich mir in Portugal alles den Bauch vollgeschlagen habe. Außerdem hat der Tierarzt gesagt, dass in Pferdemist jede Menge Mineralien drin sind. Keine Ahnung, ist mir egal. Hauptsache ich kann schneller schlucken, als Herrchen rennt.
Fliegende Hunde
Ist das herrlich. Es hat schon wieder geschneit. Sehr zum Ärger von Herrchen, der flucht und stampft und kommt mit seinen 90 Kilo Nettogewicht kaum vorwärts. Mir macht der hohe Schnee nichts aus. Ich bin leicht und springe wie ein Reh durch die Verwehungen. Herrchen stolpert hinterher, rutscht alle paar Meter aus, meckert und wirft Schneebälle hinter mir her. Das macht mir nichts aus, Herrchen kann nicht zielen. Nach einer halben Stunde, aber spüre ich meine Beinmuskulatur und werde langsamer. Mit tun die kleinen Hunde leid, die Prager Sattler, Mopse und Terrier. Sie sind kaum zu sehen, haben noch größere Probleme als Herrchen, sich vorwärts zu bewegen. Dann aber traue ich meinen Ohren nicht. Wie ein Blitz fliegt ein Dackel an mir vorbei. Mit wehenden Löffeln, macht Riesensprünge von einem Loch zum andern. ist zehnmal schneller als ich. Mit seinem Schwanz lenkt sie ihre Flugbahn. Ich versuche natürlich gleich, es ihr nachzumachen. Aber dazu muss mir Herrchen erstmal noch die Ohren lang ziehen.
Akrobat schööön!
Herrchen dreht mal wieder durch. Vielleicht hat er zu viel Dieter Bohlen geguckt. Auf jeden Fall will er mir mal wieder ein Kunststückchen beibringen. Als ob ich mich nicht schon genug zum Affen mache, damit er mich überall stolz vorführen kann. Aber was soll's, beim Kunststückchen-Training ist seine Tasche voll mit Leckerlis. Also tu ich ihm den Gefallen. "Take five" kenn ich ja schon, da muss ich ihm eine Pfote in die Hand hauen, um ein Leckerli zu kriegen. Das ging ganz einfach. Jetzt will er mir aber "Alle neune" beibringen. Ich soll ihm beide Pfoten gleichzeitig in die Hände klatschen. Ich kapiere zwar schnell, was der Depp will, aber hau ihm die Krallen erstmal auf die Nase. Er bleibt geduldig und nach zehn Minuten und 132 Leckerlis tue ich ihm den Gefallen und treffe seine Flossen. Na, da ist er aber stolz. Und von Ehrgeiz zerfressen. Jetzt will er, dass ich ihm auch noch meine Hinterpfoten aufs Auge drücke. "Alle 20" nett er das. Der hat doch nicht mehr alle Tassen im Schrank. Nicht mit mir. Ich bin doch kein Tausendfüssler. Zwei Beine brauche ich schließlich, um nicht aus dem Gleichgewicht zu kippen. Da hilt auch kein Würstchen, was er aus der Reserve lockt. Der soll mir erstmal zeigen, wie er so gut auf allen Vieren laufen kann wie ich....
Hundetrainer von der Stange
Herrchen muss mal wieder in den Grunewald. Ich weiß auch nicht, warum er jeden Tag dahin will. Angeblich, um mir genügend Auslauf zu geben. Nett gemeint, aber mir würde die Tundra schon reichen. Egal, wir sind wieder in unserer zweiten Heimat unterwegs. Wie immer wimmelt es vor Hunden. Vor mir, hinter mir, neben mir, manchmal auch unter mir, wenn mich eine junge Hündin nervt. Aber als dieser riesige Rüde ankommt, lege ich mich vorsichtshalber flach, man kann ja nie wissen. Und dann geht das Gelabere los. "Die ist aber ängstlich", sagt eine. "Die ist nur gut sozialisiert", behauptet der andere. "Die will doch nur den Rüden anbaggern", weiß der Dritte. Man sind das alles Experten. Sollen sie doch sabbeln. Zweibeiner haben sowieso keine Ahnung von Hunden. Ich belle einen Baumstumpf an. Nur mal so, kann ja nicht schaden. "Die ist aber aggressiv", schreit einer. "Schnauze halten", brüllt Herrchen. Gut gemacht, Herrchen. Lass dir die dummen Sprüche nicht gefallen. Oder meint er etwa mich?
Bäumchen wechsle dich
Was sind das nur für gemeine Viecher, diese Katzen. Machen voll den Harry, nur weil sie einen neuen Kletterbaum haben. Ist aber auch ein Prachtstück. Drei Meter hoch, mit Aussichtsplattformen, Höhle und frei schwingenden Quietschebällchen. Da werde ich doch ziemlich neidisch. Mini und Pauli flitzen wie die Wahnsinnigen rauf und runter. Na, da muss ich doch mitspielen. Also jage ich die beiden über den Korridor. Natürlich nicht so schnell, ich will sie ja nicht wirklich fangen. Von oben hauen sie mir dann vergnügt auf den Kopf. Ich tue so, als ob ich ihnen hinterher klettere. Da springen sie von ganz oben wieder runter. Wie lustig. Herrchen hat auch seine Freude dran. Bis ich ihn, anfange zu jagen. Leider kommt er auf den Kletterbaum nicht rauf. Angeblich wären seine Fingernägel zu kurz. Ich glaube eher, er ist zu dick...
Gemeinsam sind wir frech
Klasse. Meine besten Kumpel, Gonzo und Adele sind heute am Start. Das kann ja heiter werden. Da hat Herrchen wieder viel zu tun, schließlich wollen wir Bälle jagen. Pfotenball heißt das wilde Spiel, wir zerren uns gegenseitig das Gummi aus dem Maul. Mal gewinnt der Stärkere, das ist Gonzo, mal gewinnt die Schnellere, das ist Adele und mal gewinnt die Frechere, na das kann ja wohl nur ich sein. So toben wir fröhlich durch den Schneematsch, bis wir plötzlich einen Gegner vor uns haben. Und was für einen Gegner. Es ist Benno, der Kangal von Joschka Fischer. Der ist noch frecher, als ich und klaut uns unser geliebtes Bällchen. Bevor Gonzo richtig böse wird, machen wir Damen, Adele und ich die Sache schnell klar. Benno ist zwar größer und stärker, aber wir sind zwei und viel gemeiner. Während Benno genau beobachtet, was Gonzo vorhat, schleichen wir uns von hinten an und zwacken Benno am Schwanz. Der lässt den Ball vor Schreck fallen. Ich zwacke noch einmal, dass Benno sich genervt umdreht, während Adele den Ball klaut und Gonzo übergibt. Zu dritt tragen wir das Spielzeug und den Sieg davon, das Spiel kann weiter gehen. Wir sind ein tolles Team. Joschka Fischer wünscht uns noch viel Spaß. Ein Politiker weiß eben immer, wann seine Mannschaft verloren hat.
Madam Schneepflug
In der Nacht hat es wieder mächtig geschneit. Das rieche ich, schon bevor ich morgens aus Herrchens Bett hupferl. Schnell den Alten wecken und rein in das herrliche Weiß. Herrchen findet's gar nicht gut, muss er sich doch anziehen, bis er aussieht wie ein Michellin-Männchen. So kugelt er mit mir im Schlepptau die Treppen herunter in den Innenhof. Na wunderbar, jetzt um 5 Uhr hat der Hausmeister den Schnee noch nicht weggemacht. Kein Problem, dazu bin ich jetzt da. Rein mit der Schnauze in den Schnee, nach links und nach rechts schaufeln, damit Herrchen hinterher kommt. Das macht ihn glücklich, das macht ihn froh. Was er nicht weiß: Die Nummer hat mir Frauchen antrainiert. Sie hat gestern abend überall Leckerlis hingelegt. Das habe ich mir gemerkt, die habe ich mir jetzt geholt. Hoffentlich liegen auf der Straße auch noch genügend im Schnee versteckt.
Prinzessin auf der Erbse
Ihh, was für ein Schmuddelwetter. Vor ein paar Tagen war es ja noch schön. Da lag morgens der jungfräuliche Schnee auf den Gehwegen und ich konnte ihn munter durchpflügen. Jetzt haben die bekloppten Zweibeiner überall Salz und Granulat gestreut und ich muss da durch. OK, Herrchen hat mir die Pfoten mit Vaseline eingeschmiert, aber die wurden ganz schnell von meinen Katzenkumpels wieder freigeleckt. Jetzt muss ich ohne Stiefelletten raus. Wie furchtbar. Ganz vorsichtig stöckel ich los, Herrchen wird schon ungeduldig, aber das treibe ich ihm gleich mal aus. Ihh, wie das pieckt. Jaulend hebe ich meine linke Vorderpfote und schaue Herrchen erwartungsvoll, ja fast flehendlich an. Und Herrchen bückt sich natürlich und pult den Granulatspitter aus dem Ballen. So geht das ganz gemütlich weiter. Ein Meter laufen, eine Pfote heben und quieken. Nach einer halben Stunde haben wir den Zeitungsladen um die Ecke erreicht. Herrchen ist fix und fertig. Auf dem Rückweg trägt er mich in seinen Armen. Genau so habe ich mir das vorgestellt.
Im Schlaraffenland
Herrchen hat sich Weihnachten mal wieder überhaupt nicht eingekriegt. Auf meinem Gabentisch lag neben diversen schicken Knochen ein perlmuttbesticktes Halsband für mich. Auf jeden Fall war es zu klein für mich. Herrchen hat vergessen, dass ich öfters einen dicken Hals kriege, wenn im Grunewald eine andere Hündin meinen Weg kreuzt. Auf jeden Fall muss er das schöne Halsband umtauschen. Netterweise nimmt er mich mit in die Futterhaus-Filiale. Im Wagen ist es zu kalt. Während er sich mit der netten Verkäuferin unterhält und neue Halsbänder ausprobiert (ja, auch Herrchen kriegt manchmal einen dicken Hals, wenn ich ihn ärgere), stöbere ich in dem Geschäft herum. Schließlich kann ich mir die Weihnachtsgeschenke selber aussuchen. Schweineohren, Rinderknochen, Wurst von der Stange und viele, viele bunte Bällchen. Am liebsten mag ich aber das Quietscherschweinchen. Ich nehme alles. Herrchen zahlt. Ich freue mich auf meinen Geburtstag im Juni.
Politiker sind krumme Hunde
Da läuft er ja wieder. Dieser gewichtige Politiker, stampft mit seinem riesigen Kangal, Bruno oder Benno heißt der, durch den Grunewald. Ein nettes Pärchen. Man weiß nur nicht, wer wen durch die Landschaft zieht. Normalerweise habe ich vor dem türkischen Hütehund jede Menge Respekt. Ist zwar ein freundlicher Kerl, aber manchmal etwas ungestüm und mit grober Motorik ausgestattet. Aber heute mach ich ihn klar. Will er sich doch an mein Leckerli machen, was Herrchen für mich versteckt hat. Eine kurze Attacke, ein paar Zähne zeigen, die Lefzen siehen und schon klemmt der Große seinen Schwanz ein und versteckt sich zwischen den Beinen des Politikers. Tja, ich weiß eben, wie man Ressourcen verteidigt. Das ist weibliche Verteidigungsstrategie, da wird jedem Agressor Angst und Bange. Sollte sich Herrchen auch mal ne Scheibe von abschneiden, dieses Weichei. Entschuldigt sich auch noch beim Politiker. Dabei hat der gar nichts mitgekriegt, weil er seine Tarnkappe wieder über die Augen gezogen hat, damit ihn keiner erkennt. Aber ich kann den Typen gut riechen.
Gänsekeule marsch!
War das wieder eine Völlerei. Herrchen hat mächtig aufgetischt. Heiligabend gab es für ihn Kartoffelsalat und für mich die Würstchen. Am 1. Weihnachtstag hat Frauchen 4 Stunden in der Küche gestanden und die Gans im Ofen belauert. Habe ich natürlich mitgemacht. Für Herrchen gabs die Brust, für mich blieben leider nur die Keulen übrig. Am 2. Weihnachtstag wurde schließlich Ente gereicht, die Flügel habe ich mir geschnappt. Jetzt hängt mein Magen auf Halbsieben, ich bin sogar zu faul, um Gassi zu gehen. Herrchen hat hoch und heilig versprochen, ab 1. Januar auf Diät zu gehen. Kann er gerne machen. Hauptsache, er füllt mir weiter meinen Futternapf.
Weihnachtsengelssatansbraten
Herrchen wirkt irgendwie mächtig gestresst. Wie jedes Jahr um diese Zeit. Es ist Weihnachten entschuldigt er sich und hängt sich meine Leine um den Hals. Die letzten Tage hat er mich immer mit zum Einkaufen mitgeschleppt und ist mit vielen prall gefüllten Einkaufstüten durch die Gassen gewankt. Dann hat er zuhause die Tüten ausgepackt und sie in Geschenkpapier eingewickelt. Für mich ist leider nichts dabei. Noch nicht. Das muss sich ändern. Mit der Schnauze werfe ich seine Geschenke vom Regal und fange an zu fiepen. Herrchen stürzt dazu und kriegt schreckgeweitete Augen. Aber verstehen tut er immer noch nichts. Also lege ich ihm mein abgenagten Knochen aufs Kopfkissen. Endlich leuchtet bei ihm die Glühbirne auf (das macht die sonst nur, wenn er mal wieder ein Bier zu viel getrunken hat) "Mein armes Shivchen, habe ich dich vergessen", jammert er und schlägt sich seine Hände vors Gesicht. Dann rennt er los. Muss er eigentlich gar nicht. Ich hab ja alles, aber aus Prinzip kann er sich ruhig mal wieder anstrengen. Er kommt mit Hühnerherzen, Flocken, Nüssen und Brokkoli wieder, will mir daraus einen leckeren Hundekuchen backen. Will, aber kann er nicht. Frauchen muss ran. Herrchen und ich gucken zu. Doch bevor Herrchen dann mein Weihnachtsgeschenk einpacken kann, ist es auch schon in meinem Maul verschwunden. Als dann die Lichter vom Tannenbaum angehen, schlafe ich schon längst mit dickem Bauch auf der Couch. Frohe Weihnachten, Eure Shiva.
Bildschirmbeißen
Oh, da ist Herrchen aber mächtig stolz. Hat sich einen Riesenkasten zugelegt, in dem es mächtig flimmert. Flachbildschirn, Full HD, sagt er. Ein Jahr lang hat er darauf gespart, behauptet er. Aber das Bild ist gut, hohe Auflösung, da wird jede Maus zum Elefanten. Ich jage gerne Elefanten. Herrchen macht die Kiste an und der wunderbare Zufall will es, dass gerade eine Sendung über Katzenbabies läuft. Meine Lieblingstiere, davon habe ich in Portugal auch sieben großgezogen. Die Sendung schau ich mir genauer an, auch wenn Herrchen meint, ich nehme ihm die Sicht. Als die Katzen loskrabbeln, kann ich mich nicht mehr bremsen, ich jaule, fiepe, hechel. Was für eine Freude. Als die Kleinen anfangen, sich zu balgen, hält mich nichts mehr aus. Ich springe direkt in die Flimmerkiste, will mitmachen. Leider komme ich an die niedlichen Katzen nicht heran, also kratze ich wie verrückt auf diesem komischen LC herum. Herrchen schreit, Frauchen jammert, irgendwas von Krallen schneiden. Das Bild wird schwarz. Fluchend packt Herrchen die Kiste wieder ein. Hoffentlich ist der neue Kasten noch größer und bunter.
Schlaf, Hündchen, schlaf!
War das ein anstrengender Spaziergang. Jetzt muss ich erst mal ruhen. Gut, dass Herrchens Bett so schön groß ist, da kann ich mich prima breit machen. Aber erstmal muss der Dreck aus dem Wald vom Fell. Also rubbel ich ihn über Herrchens Bettdecke. Dann döse ich ein. Herrchen meint immer, ich schnarche. Aber davon kriege ich nichts mit. Ich fange an zu träumen. Laufe noch einmal um den See herum, treffe Bruno den kaukasischen Hütehund, tobe mit ihm durch das Dickicht. Schließlich buddele ich noch ein tiefes Loch. Der Traum endet damit, dass ich mein Bein hebe. Der Schlaf auch. Herrchen hat mich wachgerüttelt. Wohl rechtzeitig, wie er meint. Das Bett sieht aus wie draus vom Walde. Durchwühlt, durchnäßt, verschmutzt, die Kopfkissen sind zerrissen. Das Bettlaken ist ein einziges Knäul. Herrchen jammert, aber ich finde es gemütlich. Und schlafe wieder ein.
KIein aber mein!
Na, ist das nicht entzückend. Dieser kleine Wurm! Welpe nennt Herrchen sowas. Ist ein kleines Mädchen und sieht aus wie aus der Hundefutterwerbung, die ich mir so gerne angucke. Na, da spiele ich mal die Tolerante. Ein halbes Jahr älter und ich hätte ihr die Leviten gelesen. Aber so darf sie alles mit mir machen. Auf meinem Bauch herumklettern, mir in die Ohren beißen, meinen Hintern tackern. Und dann zeige ich ihr mal, wo der Hase längs läuft. Ich buddele Löcher, die kleine Boxerhündin macht das nach. Ich stürme durch's Gebüsch, die Lütte bleibt vor einem Baumstumpf hängen. Ich klaue einem fetten Rüden den Ball, meine neue Freundin versucht das auch. Aber es gelingt ihr nicht. Herrchen schimpft mal wieder, behauptet, ich würde ihr nur Unsinn beibringen, so wie mir jemand Unsinn beigebracht hat. Frauchen hingegen findet den Welpen ebenfalls süß, wünscht sich so einen noch für Zuhause. Von mir aus. Wenn die Katzen nix dagegen haben. Herrchen aber buddelt sich ein, in das Loch, was ich ihm gemacht habe.
Haben Sie's nicht ein wenig kleiner?
Herrchen gibt sich ja jede Mühe, mir zu gefallen. Jeden Tag gibt es Hundekekse, Vollkorn-Leckerlies und jeden zweiten Tag fährt der Idiot durch die ganze Stadt um für mich Rinderspachtel zu kaufen. Den serviert er mir dann auf einem Silbertablett, immer ein ordentlich großes Stück, das gerade in mein Maul passt. Aber nicht mit mir, so nicht, mein Herrchen. Sowas spuck ich wieder aus. Er versteht schon warum und greift zum riesigen Schlachtermesser, teilt den Rinderspachtel in zwei Hälften und legt sie mir wieder vor die Pfoten. Geht doch. Zwei Tage lang. Dann sind mir die Stücke auch zu groß. Also muss er noch mal messern. Vier Teile, acht Teile, sechszehn Teile. Wunderbar, so halte ich Herrchen auf Trab und brauche nicht so lange herumzukauen. Aus Herrchen wäre ein prima Schlachter geworden.
Es war eine rauschende Ballschlacht
Diese Spaziergänge werden auch immer langweiliger. Immer dieselben Hunde, fast immer dieselbe Strecke und dieselben Leckerlis am Wegesrand. Doch heute taucht endlich mal ein neues Gesicht auf. Und was für ein Gesicht. Ein Quadratschädel mit großen Kulleraugen, struppigem Fell und mindestens drei Bällen im Maul. Ein völlig durchgeknallter Bällchenjunkie, meint Herrchen. Wenn's geht steckt der sich noch ein Stöckchen zwischen die Bälle. Aber wehe, das will ihm jemand weggnehmen. Dann rammt er seinen Quadratschädel in die Rüden-Rippen, dass selbst eine amerkanische Bulldogge das Zittern lernt. Nur gut, dass ich eine Hündin bin. Mich mag der Wahnsinnige sofort, fordert mich sogar auf, mit zu jagen. Sein Herrchen muss mal Handballer gewesen sein. Der wirft, das ist die reinste Freude. Und wir hinterher. Ich bin ja schon schnell, aber Gonzo, so heißt der Verrückte ist noch schneller. Das Hartgummigeschoss fliegt durch den halben Grunewald, ich versuche, Gonzo in den Kragen zu beißen, damit er etwas langsamer wird. Vergiss es, er zieht mich einfach mit. Herrchen trinkt derweil einen Kaffee bei Rolf und wir rennen, als ob es um unser Leben gehen würde. Ist das ein Spaß. Den Typ muss ich mir merken.
Wenn der Rammler einen rammt
Ich darf mal wieder mit. Herrchen ist eingeladen bei Frauchens Schwester. Nette kleine Wohnung. Und nette kleine Tiere da. Zwei Stallhasen machen sich bemerkbar als ich an ihren Käfigen herumschnüffle. Ich liebe Kaninchen. Ich bin in Portugal mit einem Kaninchen groß geworden. Also kratze ich an den Gitterstäben herum und stecke meine Schnauze ins Heu. Das hat Albrecht, so hieß mein portugiesischer Freund, auch immer gerne gemocht. Aber die hier sind anders, drehen richtig durch, knallen mit den Hinterläufen auf den Boden. Aber auch das kenne ich von Albrecht. Das spornt mich richtig an, also fange ich an zu bellen. Die Kaninchen werden immer wilder, rennen hin und her. Albrecht habe ich immer über den Hinterhof gejagt. Aber die dürfen hier nicht aus dem Stall. Und ich darf wieder nach Hause. Frauchens Schwester hat Angst, dass ihre Kaninchen die Löffel abgeben. Das nächste Mal soll ich nicht mit. Schade.
Frühe Hündin frisst das Herrchen!
Es ist nun schon eine Weile her, dass Herrchen meinen besten Kumpel, Kater Oskar begraben hat. Irgendwie fehlt er mir. Aber meine kleine Mini-Katze bemüht sich, diese Lücke zu füllen. Sie weckt mich jetzt jeden Morgen um 3.30 Uhr, rennt schreiend durch die Wohnung, springt auf Herrchens dicken Bauch, bis er aus dem Bett fällt. Ich bin zwar noch hundemüde, aber was solls, spiele ich halt eine Runde mit Katze Mini. Wir jagen uns über den Flur, sie hackt mir ihre Krallen in die Schnauze, ich knabbere ihr am Schwanz herum. Das macht so einen Spaß, das macht so einen Krach, dass Herrchen sich wutschnaubend anzieht und mit mir um 4 Uhr Gassi geht. Gut gemacht Mini!
Die Türsteherin
Was für eine Frechheit. Ich habe mich gerade hingelegt, um den Dino-Knochen zu verdauen, den Herrchen mir verabreicht hat, da klingelt es an der Tür. Zu nachtschlafender Zeit wohlgemerkt, abends um 19 Uhr. Meistens bleibe ich ruhig, obwohl ich aus der Rem-Phase erwache, Herrchen regelt das ja an der Tür. Doch heute ist es anders. Heute stimmt da was ganz gewaltig nicht. Ich springe aus dem Bett, schubse Herrchen zur Seite und kläffe die Tür an. "Das ist nicht der Gerichtsvollzieher, das ist nur der Pizzabote", schreit Herrchen, bevor er aufmacht. Das soll ein Pizzabote sein? Ich belle noch lauter. Wie sieht der Typ überhaupt aus. Eine riesige Mütze auf dem Kopf, wirre lange Haare im Gesicht und grinst von einer Wange zur anderen. Dann balanciert er mit der Pizza, als wären das Bällchen. Ganz klar, dass ich mich nicht mehr einkriege. Nur mit Mühe klappt die Übergabe, dann flitzt der Typ die Treppen wieder runter. Ich komme auch ganz langsam wieder runter, nachdem mir Herrchen ein riesiges Stück Pizza abgegeben hat.
Krümelmonster
Herrchen meint es ja gut mit mir. Gibt sein ganzes nicht vorhandenes Vermögen aus, um meinen immerwährenden Hunger nach Leckerlis zu stillen. Eigentlich bin ich auch mit der Ware zufrieden - wäre Herrchen nicht gestern mit mir nach Neukölln gefahren und hätte bei dem Hundebecker eingekauft. So was von lecker, diese Leckerlis! Hundkekse mit Dinkel, Rind, Käse, da knurrt mir der Magen, da ist Hundeknurren nichts dagegen. Die Tüte habe ich natürlich schon auf der Rückfahrt nach Hause aufgefressen. So was lass ich mir doch nicht nehmen. Armes Herrchen. Als er mir dann Supermarkt-Leckerlis vor die Schnauze legt, lehne ich dankend ab. Das spucke ich ihm vor die Füße. Herrchen ist natürlich sauer, muss er jetzt jeden Tag mit mir nach Neukölln fahren.
Müllschlucker
Im Grunewald ist Müllaktion. Ganz komisch gekleidete Leute streifen mit Plastiksäcken und Zangen durch das Dickicht. Mein Herrchen, dieser Wichtigtuer, macht natürlich mit. Von wegen Umwelt retten. Dieser Spinner. Ich find's eigentlich schade, dass die den ganzen Dreck weg machen, schließlich gibt es hier und da immer noch ein paar leckere Reste. Für mich als Hund ist Müll ja was ganz anderes. Aber das Spiel heute macht auch jede Menge Spaß. Immer wenn die Typen einen Sack voll haben und abstellen, schleiche ich mich von hinten an, reiße ihn mit den Zähnen auf und hole mir kleinen Leckerlis. Das, was ich nicht gleich verwerten kann, packe ich in die Schnauze und verbuddel es an ganz geheimen Plätzen. Aber Herrchen findet das Spiel gar nicht komisch. Er jagt mich fluchend und mit der Zange schwingend durch den Wald. Kriegt mich natürlich nicht. Dafür darf er den von mir neu verstreuten Müll wieder zusammensammeln. Das nenne ich Beschäftigungtherapie!
Jagdtrieb
Nachdem mich die blöden Krähen vor ein paar Wochen so richtig fertig gemacht haben, dass die Spatzen es von den Dächern pfiffen, habe ich die Vogeljagd aufgegeben. Tauben sind mir zu langweilig und Amseln zu laut. Aber irgendwas muss ich schließlich jagen. Ich bin doch ein Hund und mit Trieben ausgestattet. Herrchen hat Verständnis dafür und treibt mich durch das Unterholz. Und siehe da, es huscht was Kleines vor meine Füsse. Jetzt aber ran, ziemlich schnell für seine Größe, das Ding. Und hundsgemein. Flitzt einfach auf einen Baum, als ich es gerade knapp vor meiner Schnauze habe. Dann springt es auf einen anderen Baum und von dort wieder runter. Und den nächsten Baum wieder rauf und so weiter und so weiter. Leider bin ich kein Affe, sonst hätte ich das Ding gekriegt. Herrchen lacht und behauptet, das fiese Ding wäre ein Eichhörnchen. Mir reicht's. Ich jage nur noch Schnecken.
Grimmige Grüße
Eigentlich ist der tägliche Spaziergang im Grunewald stinklangweilig. Immer die selbe die Strecke, immer die selben Leute. Aber heute ist ein ganz besonderer Tag. Heute trifft Herrchen den Superdompteur Enrico Lombardi. Ein toller Hundetrainer soll der sein. Wie sich Herrchen ins Zeugs legt, wie er die Hände schüttelt und den Profi angrinst. Herr Lombardi ist nicht alleine da. Er hat seine Weimaranerhündin mit dabei. Wir begrüßen uns ebenfalls, nur sieht das etwas anders aus, als bei den Zweibeinern. Wir begrüßen uns wie zwei bewaffnete Flummibälle im Mixer. Eine Ansage jagd die nächste. Herrchen bricht der Angstschweiß aus. Lombardi bleibt dagegen ganz locker, lächt und quatscht auf Herrchen weiter ein. Bei so viel Ignoranz verlieren wir Hündinnen schnell die Lust am Theater und spielen miteinander, so als wäre gar nichts gewesen.
Zecken-Zicke
Jetzt dreht Herrchen völlig durch. Nur weil ich mich mal wieder im Unterholz herumgewälzt habe, meint er, ich hätte mir eine Zecke an Land gezogen. Aber ich kenne das schon. Jetzt läuft er zur Schublade in der Küche und tut so, als ob er kein Wässerchen trüben kann. Ich verschwinde lieber. Die Wohnung ist groß. Ich kann die dramatische OP mindestens eine halbe Stunde hinauszögern. Aber dann hat er mich und packt mich am Kragen. Ich soll mich nicht so anstellen und nicht so blöde herumzittern. Dieser Folterknecht. Ein kleiner Dreh, das böse Ding ist raus und wird verbrannt. Anschließend im Klo heruntergespült. War gar nicht so schlimm, aber das muss Herrchen ja nicht wissen. Ich schlüpfe unter das Bett und jammere so lange, bis ich einen dicken Knochen bekomme. Dann schreit plötzlich Herrchen wie am Spieß. Eine Mücke habe ihn gestochen, er müsse jetzt die Feuerwehr rufen.
Zu viele Hunde verderben den Brei
Heute herrscht das reinste Chaos im Hundeauslaufgebiet. Die halbe Stadt ist hier unterwegs. Mit Fahrrädern, hoch zu Ross, in Turnschuhen, mit Nordic-Walking-Krücken, Kind und Kegel und natürlich auch mit Hunden. Das wird mir zu eng auf den Hauptwegen. Auch Herrchen wird nervös. Ich locke ihn auf einen Wildschweinpfad durchs Dickicht. Hier ist es still und friedlich. Der Specht klopft, das Eichhörnchen hüpft. Sonst nichts. Bis ich plötzlich etwas spüre, natürlich viel früher als meine zweibeinige Transuse. Dann schießen auch schon 15 wildgewordene Artgenossen von links durch das Unterholz. Aber das ist noch nicht alles: Von rechts brechen jetzt weitere 20 Hunde auf unseren Weg. Und als von vorne noch mal sechs Kläffer heranjagen, ist das Chaos perfekt. Herrchen braucht zwanzig Minuten, um mich aus dem Gewimmel herauszupflücken. Morgen gehen wir auf dem Kudamm bummeln.
Drückeberger
Herrchen ist spurlos verschwunden. Kein Wunder, Frauchen wäscht ab und hat ihn gebeten, beim Abtrocknen zu helfen. Dieser Drückeberger, ist einfach abgehauen "was Dringendes erledigen". Aber Frauchen hat ja mich. Sie nimmt mich an die Leine. Dann drückt sie mir eine alte Socke von Herrchen an die Nase - von wegen genügend Geruchsstoff - und los geht's. Die blöde Socke hätte mir Frauchen gar nicht zeigen müssen. Ich kenne Herrchen besser als er sich selbst. Nur einmal um die Ecke und da ist er. Hockt in seiner Eckkneipe auf dem Barhocker und gluckert genüsslich sein Bier. Das Glas fällt ihm vor Schreck in den Schoß, als ich ihn von hinten anspringe. Frauchen winkt mit dem Mittelfinger und Herrchen muss wieder in die Küche. Das nächste Mal, brummt er, wenn mal wieder der Abwasch droht, nimmt er den Zug nach Hamburg.
Wenn ein Hund ins Gras beißt
Herrchen ist ein Rindvieh. Behauptet allen Ernstes, ich wäre eine blöde Kuh. Nein, nicht, weil ich ihn ständig ärgere. Sondern, weil ich so gerne ins Gras beiße. Am schönsten ist es direkt vor unserer Haustür, im Park. Wenn ich Herrchen dorthin abschleppe, dann wälze ich mich erstmal genüsslich auf der Wiese herum. Herrchen natürlich auch, weil die Leine so kurz ist. Habe ich mich ausgetobt und ist Herrchen mal wieder grün vor Ärger, fange ich an ganz gemütlich an zu grasen. Stunde um Stunde. Ich vergesse dabei alles, Fahrräder, andere Hunde, Herrchen. Jeden Grashalm zupfe ich einzelnd heraus und kaue darauf herum. Soll ja gut für den Magen sein. Herrchen kann froh sein, dass ich kein Wiederkäuer bin, sonst müsste er noch viel länger warten.
Das TV-Duell
Herrchen hängt mal wieder vor der Glotze. Wie jeden Abend. Irgendso ein Krimi läuft da. Für die ganze Familie, hat Herrchen gesagt. Ein Krimi mit einem netten Kommissar und einem Hund. Und tatsächlich, ich höre Gekläffe. Herrchen hat mich ganz nach hinten verbannt, weil er ungestört gucken will. Aber so ein Gekläffe höre ich, wenn der Mann im Mond Gassi geht. Also stürze ich aus dem Bett, um den Störenfried zu suchen. Ich renne die ganze Wohnung ab, es kläfft immer noch, aber von einem Hund ist nichts zu sehen, geschweige denn zu riechen. "Das ist der Terrier des Kommissars", versucht mich Herrchen zu beruhigen. Aber der Alte kann mir viel erzählen. Ich belle, so lange, bis sich der blöde, unsichtbare Köter ergibt. Egal ob der vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen oder vom Hundespielplatz kommt. Ich werde immer stinkiger, das kann doch nicht sein. Herrchen fängt an zu schwitzen. Es klingelt an der Tür, irgendein Nachbar beschwert sich wieder. Dann ist die TV-Folge zu ende, ich kann mich wieder ins Bett legen und Herrchen darf weiter gucken. Reklame für Waschmittel, nicht für Hundefutter, bitte.
Wenn ein Hund seinen Kater verliert
Irgendwas stimmt hier überhaupt nicht. Eben sind Herrchen und Frauchen vom Tierarzt wiedergekommen. Mit Tänen in den Augen und einer leeren Transportbox. Vor zwei Stunden hockte da noch mein bester Kumpel Oskar drin. Vielleicht hat er sich ja wieder versteckt. Hat er sich in letzter Zeit doch immer mehr zurückgezogen. Ich schnüffel überall herum, im Schrank, unter dem Bett, hinter dem Sofa. Aber er ist nicht mehr da. Mein guter alter Kumpel. Ich weiß noch, wie er mich als Welpen in unserem Haus in Portugal die Treppen heruntergeschleudert hat. Er war mein Boss, ganz klar. Ich habe erst Futter gekriegt, als sein Napf leer war. Dafür hat mich der coole Kater vor allzu aufdringlichen Rüden verteidigt. Wenn es warm war, haben wir uns gemeinsam in den Schatten gelegt und uns eingekringelt. Bei der Aufzucht von den sieben kleinen Kätzchen hat er mir auch geholfen. Jetzt ist er nicht mehr da. Ich vermisse ihn, auch wenn ich das nicht so zeigen kann. Aber ich glaube, ich muss jetzt erstmal Frauchen und Herrchen trösten gehen.
Die Krawallnudel
Herrchen Nimmersatt muss mal wieder essen gehen. Scheint so, als ob die Nudeln zu Hause nicht reichen. Also bestellt er einen Tisch beim Italiener um die Ecke. Und ich darf ausnahmsweise mit. Italiener sind halt locker, kinderlieb, tierlieb und machen die besten Spaghettis der Welt. Ich will auch ganz brav sein, aber Herrchen ist misstrauisch und bindet mich mit der Leine an ein Tischbein fest. Der Kellner serviert Brot und Weißwein, es kommen die Oliven, es kommt der Salat und es kommt eine amerkanische Bulldogge die Tür herein. Ein Rüde, ein wirklich prächtiger Kerl, ganz nach meinem Geschmack. Na, den muss ich natürlich begrüßen. Ich springe hoch und stürze auf ihn zu. Der Tisch geht mit. Stühle rücken, Gläser klirren, Brot fliegt durch die Luft, der Kellner stolpert mit den Nudeln. Bleibt aber freundlich. Herrchen nicht. Der Hitzkopf packt die Leine und zerrt mich nach Hause. Schade, ich habe mich so auf die Spaghettis gefreut.
Der Grunewald-Ball
Herrchen hat mal wieder Ärger am Grunewaldsee. Nur, weil ich keine Lust habe, seine blöden Bälle aus dem See zu fischen. Kann er doch selber machen. Mir bringt das viel mehr Spaß, anderen Hunden ihre Bälle zu klauen. Die sind immer so fixiert auf die Beute, dass sie nicht mitkriegen, dass ich hinter ihnen stehe und in den Po kneife. Dann lassen sie vor Schreck den Ball fallen und ich kann ihn mir schnappen. Ein herrliches Spiel. Aber nicht für Herrchen. Der wird beschimpft, er solle gefälligst die Bälle wieder her geben. Einen habe ich so gut verbuddelt, dass ich ihn nicht mal selber wieder finde. Während ich mit den anderen Hunden fröhlich auf die Suche gehe, verlangt der Hundehalter Ersatz, droht mit Anwalt und Polizei. Erst als Herrchen ein Quietsche-Entchen aus der Tasche zückt, beruhigt sich der Typ wieder. Die haben doch alle eine Ball-Klatsche.
Das Leckerli der fremden Leute
Herrchen ist mal wieder stinksauer. Nur weil ich ihm seine Kekse, Stangen, Kauknochen, Rindfleisch-Röllchen und Kaninchen-Häppchen vor die Füße spucke. Ist doch langweilig, immer vom selben Typen die Sachen serviert zu bekommen. Mir macht es viel mehr Spaß, zu den anderen Leuten zu gehen, mich brav vor ihnen hinzusetzen, den Kopf zu drehen und mit den Augen zu blinzeln. Damit kriege ich sie alle weich. Herrchen entschuldigt sich dann immer, sagt, ich wäre wie ein Schulkind, dass in der Pause von den Stullen der Klassenkameraden nascht und die eigenen in den Papierkorb wirft. Soll er doch labern, so lange ich von den anderen Hundehaltern ausgehalten werde. Die Show kommt eben überall an. Auch als Herrchen versucht, mich wegzuziehen, bleibe ich ruhig. Schließlich ist Frauchen auch noch da und die erinnert Herrchen daran, dass er als Schuljunge genau die selbe Nummer drauf gehabt hat.










Herrchen hüpf!














