Mit dem Koi auf Du und Du
Tierarztbesuch in der Fressnapf-Filiale
Text: Thomas Böhm/ Fotos: Sönke Tollkühn
Im Koi-Becken herrscht helle Aufregung. Die intelligenten Fische scheinen zu ahnen, dass heute einer von ihnen den Schwarm verlassen wird. Sie verziehen sich in die hinterste Ecke. Doch der Koi-Experte Christian Böhm (30) von der Fressnapf-Filiale in Lankwitz kennt seine Tiere. Mit einem riesigen Käscher holt er geschickt ein ganz besonderes Prachtexemplar heraus und setzt ihn vorsichtig in eine blaue Wanne. Es ist ein Doitsu Goshiki, wunderbar schwarz, weiss, rot, und blau gezeichnet, ein aufregendes Muster, 2,5 Kilo schwer, ca. 60 Zentimeter groß und er hat eine ideale Körperform. Christian: „Dieser Koi ist seine 1800 Euro mit jeder „Schuppe" wert. Wir haben die Tiere in Japan persönlich bei einem renommierten Züchter ausgesucht und importiert.
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The Dunking Nasenbären
Text:Thomas Böhm/ Fotos: Sönke Tollkühn

Wenn Elvis und Sunny mit Frauchen Nicolle Müller, 33, um die Häuser ziehen, dann gehen in der Nachbarschaft überall die Türen auf. Denn Elvis und Sunny sind Nasenbären, zwei freche Racker aus Südamerika, die überall für Aufsehen und lachende Gesichter sorgen. „Ich habe die Geschwister von einem Zoozüchter. Der hat sie in letzter Sekunde gerettet, weil sie von der Mutter fast getötet worden wären. Für die „freie Wildbahn" waren sie einfach viel zu leicht (50 statt 100 Gramm Geburtgewicht). Da wollte die Mutter halt kurzen Prozess machen. Und drei Welpen hatte sie auch schon gekillt und aufgefressen. Ich war die Einzige, die sich die Aufzucht der beiden Überlebenden zugetraut hat." Von Hand mit Miniportionen Welpenmilch und jeder Menge Rotlicht zog Nicolle die damals noch schwarzfelligen Kleinen auf. Jetzt sind sie 17 Monate alt, halbstark, immer übermütig und haben die stattliche Länge von knapp einem Meter erreicht. Davon ist aber die Hälfte ein braun-beige geringelter Schwanz. Platz zum Toben haben sie genug. In ihrem 20 Quadratmeter großen Bärenzimmer steht ein riesiger, künstlicher Kletterbaum, mit Schaukeln, Treppen, Seilen, Höhlen und Aussichtsplattformen. Beim Turnen in luftiger Höhe dient ihr buschiger Schwanz zum Balancieren. Auch geschlafen wird in erhöhter Position - so wie es die wilden Artgenossen in der Natur auch tun. Nur schlafen sie hier nicht in den Baumkronen, sondern eingekuschelt in ein warmes Kissen auf einem Hochbett.
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Ein Heupferd ohne Sattel
Text: Thomas Böhm/ Fotos Sönke Tollkühn

Als junges Mädchen hatte sich Elke Kubic ein Pferd gewünscht - es blieb ein Traum. Jetzt mit 45 Jahren hat sie eins, doch reiten kann sie es nicht. Es ist ein grünes Heupferd, das zwar zu den größten Heuschreckenarten gehört, aber auf einen 40-Millimeter-Rücken passt kein Sattel.
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Da steht kein Pferd auf dem Flur!
Ungeduldig scharrt „Lucky Luke" mit den Hufen, dann stupst er mit seiner Nase die Tür der Nachbarbox auf, schnappt sich das Halfter von Molly und zieht sie mit dem Maul durch den Stall, raus auf die Weide. So was nennt man abschleppen. Aber es schon 8 Uhr früh, Zeit für den Morgenspaziergang. Die beiden sind ein seltsames Paar. Lucky Luke ist ein deutscher Hausesel und Molly ein Shettland-Pony. Pferdewirtschaftsmeisterin Birgit Krüger, 42, aus Klaushagen (Uckermark) lacht: „Der Eselhengst und die Pony-Stute sind ein Piek und ein Ei. Von Geburt an unzertrennlich."
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Die Pippi Langstrumpf von Berlin!
Tausend Tölen war bei der ersten Reitstunde dabei
Text: Thomas Böhm/Fotos: Sönke Tollkühn
Michelle Knorr, 10, aus Siemensstadt hat feuerrote Zöpfe und ganz viele Sommersprossen auf der Nase. Wenn sie lacht, könnte man denken, sie wäre direkt aus einem Buch von Astrid Lindgren herausgeflogen. Bis gestern fehlte Michelle lediglich der „Kleine Onkel", um als Pippi Langstrumpf „made in berlin" frech durchs Leben zu galoppieren.
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Gremlins kleine Brüder
Text: Thomas Böhm/Fotos: Sönke Tollkühn
Mit seinem buschigen Kopf, den glatt nach hinten fallenden seidenen Haaren sieht „König Arthur" aus wie ein winziger Gremlin. Als Zwergseidenäffchen ist er auch tatsächlich der Kleinste seiner Art, aber für Peter Berbalk, 38, aus Ziesar ist er ein ganz großer, weil er sich rührend um seine halbblinde Gattin „Mimi" kümmert. „Ich pflege die beiden seit siebzehn Jahren. Sie sind unzertrennlich. Man kann König Arthur und Mimi wirklich als glückliches Paar bezeichnen." Die 20 Zentimeter großen und 120 Gramm schweren Zwergseidenäffchen sind nicht die einzigen Primaten, die in Peters großen Außen/Innengehegen auf seinem Haus- und Kleintierhof „Vonderrosa" herumturnen und Fliegen und Spinnen fangen. Neben Weißbüscheläffchen, Rotbauch-, Braunrücken- und Rothandtamarinen klettern auch diverse Hörnchen aus aller Welt über die akribisch und fantasievoll zusammengebauten Abenteuerspielplätze. „Vor zwanzig Jahren hat mir mal ein Bekannter ein Äffchen in die Hand gedrückt, weil er für längere Zeit berufsmäßig nach Übersee musste. Der hat sich bei mir nicht mehr gemeldet, also musste ich für den Kleinen ein Weibchen suchen. Affen sind nicht gern allein."
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Mein Kranich ist ein eitler Pfau!
Text: Thomas Böhm/Fotos: Sönke Tollkühn
Gastronom Michael Bohm, 33, hat einen komischen Vogel. Theo heißt der und ist ein „Schwarzer Afrikanische Kronenkranich". Majestätisch stolziert er im Garten zwischen alten Flugzeugteilen hinter der ehemaligen Fliegerkneipe herum und begutachtet die Gäste. Gefällt ihm einer nicht, schüttelt er seine goldene Kopfkrone. „Theo ist ein eitler Pfau", erzählt Michael. „Wenn er nicht gerade auf die Tische springt und sich die Körner aufpickt, die ihm meine Besucher darbieten, steht er vor der Glasscheibe, putzt sein Gefieder und bewundert sich." Vor 14 Jahren hat Michaels Vater, eigentlich ein Papageien-Fan ein Kranich-Pärchen im Alter von 3 Monaten aus dem Brandenburgischen gekauft. 1200 Euro, der Vogel.
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"Ich habe die schönste Katze der Welt!"
Text: Thomas Böhm/Fotos: Sönke Tollkühn
Sanft streichelt Mariana Lenz, 23 ihrem Kater über die nackte Haut. Der schnurrt genüsslich und schmiegt sich in ihre Arme. „Ich kuschel gerne mit Lederstrumpf, seine Haut fühlt sich sanft an wie ein Pfirsich", schwärmt Mariana. Der Stubentiger hat erstmal genug von den Zärtlichkeiten, springt mit einem Satz auf den Kleiderschrank und jagt von dort aus eine Motte durch das Zimmer.
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Die Striptease-Schweinchen
Text: Thomas Böhm/Fotos: Sönke Tollkühn
Vom Aussehen her gleichen sie mehr Schweinchen als Meerschweinchen: „Skinnys" werden die Nackedeis unter den Nagern genannt. Für Jeannine Geipel, 27, sind ihre fast haarlosen kleinen Nilpferde das Ein und Alles: „Die Skinnys sind kleine Persönlichkeiten mit einer großen Portion Neugier und Selbstvertrauen und einem liebenswerten Charakter. Keines von ihnen hat versucht, mich zu beißen. Sie sind spritzig und haben trotzdem ein ausgeglichenes Wesen. Mir liegen diese Nagetiere einfach im Blut. Schon als Kind hatten wir Mause, Hamster und Ratten. Ich finde meine Meerschweinchen einfach toll, sonst würde ich sie nicht züchten. Ich bin nämlich überhaupt nicht allergisch gegen Tierhaare."
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Der Doktor für das liebe Vieh!
Text: Thomas Böhm/ Fotos: Sönke Tollkühn
Elvis, die Bartagame, ist stinksauer, das sieht man an ihrem dicken, schwarzen Hals. Sie mag es nicht, wenn man sie aus ihrem Terrarium herausholt. Aber Tierarzt Jan Schneider, 34, aus Marienfelde stört das nicht. Er packt die Echse hinter dem Kopf und gibt ihr ein Mittel gegen Verstopfung: „Elvis war mal wieder zu gierig, hat Kunstpflanzen und Bodengrund gefressen. Aber er hat auch einen Artgenossen angegriffen, vielleicht hat die er Schmerzen." Die gründliche Untersuchung auf Parasiten ergibt keinen Befund. Als die Besitzerin dem Tierarzt erzählt, dass sich Elvis mit einem weiteren männlichen Artgenossen eine Dame teilen muss, ist für ihn die Sache klar: „Die müssen getrennt werden", erklärt er.
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Brutus, das stachelige Kuscheltier
Text: Thomas Böhm/ Fotos: Sönke Tollkühn
Aus der Nähe betrachtet schaut „Brutus“ so aus, als ob er direkt aus Jurassic Park eingeflogen wurde. Seine dunklen Augen, die starre Mimik und die gestachelten Schuppen erinnern an einen Dinosaurier. Gut für Jennifer Virgens, 23, aus Schönefeld, dass ihre Bartagame „Brutus“ nur 45 Zentimeter groß ist, sonst könnte sie mit ihm nicht jeden Abend auf dem Sofa kuscheln. „Brutus ist ein toller Typ, ein echter Freund. Er rennt mir hinterher, wir spielen Verstecken, oder er schläft auf meinem Bauch. Wir haben ein inniges Verhältnis.“ Der Name „Brutus“ täuscht. Nachdem Jennifer im Sand das erste Mal Eier entdeckte, war ihr klar, dass ihr Freund ein Weib ist. „Aber das macht doch nichts. Brutus passt trotzdem zu ihm.“
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Veronika und ihr zuckersüßes Schweinchen Schnitzel
Text: Thomas Böhm/ Fotos: Sönke Tollkühn
Veronika, 42, aus Steglitz hat Schwein gehabt – und wird es nicht mehr los. Die „Sau-Preußin“, wie die Nachbarn sie liebevoll nennen, wird von einem 80 Kilo schweren Bergsträsser Knirps namens Schnitzel durch ihre 75 Quadratmeter große Wohnung getrieben. „Ich liebe den Dicken. Ein besseres Haustier kann man gar nicht haben. Er ist so knuffig und schlau und freut sich wie ein Hund, wenn ich abends nach Hause komme.“
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