
Keine Hunde
Was für eine Eselei
Ungeduldig scharrt „Lucky Luke" mit den Hufen, dann stupst er mit seiner Nase die Tür der Nachbarbox auf, schnappt sich das Halfter von Molly und zieht sie mit dem Maul durch den Stall, raus auf die Weide. So was nennt man abschleppen. Aber es schon 8 Uhr früh, Zeit für den Morgenspaziergang.
Die beiden sind ein seltsames Paar. Lucky Luke ist ein deutscher Hausesel und Molly ein Shettland-Pony.
Pferdewirtschaftsmeisterin Birgit Krüger, 42, aus Klaushagen (Uckermark) lacht: „Der Eselhengst und die Pony-Stute sind ein Piek und ein Ei. Von Geburt an unzertrennlich."
Vor zwei Jahren hat Birgit das Duo aus dem Trabergestüt „Am Walde" in Templin auf ihren „Robarthof" geholt, wo zehn weitere Traber leben, trainiert und ausgeritten werden.
„Mein Eselchen und das Pony haben bei uns eine wichtige Aufgabe. Sie kümmern sich um Usanza, unserem blinden Pferd. Sie sind immer in ihrer Nähe, führen sie über die Weide. Eine tolle Leistung."
Lucky Look hat aber noch viel mehr drauf. Er kann Hufe geben, sich im Kreis drehen und auf Kommando sogar auch mal eine Weile still stehen.
Birgit: „Esel sind fröhlich, neugierig, gutmütig und sehr intelligent. Sie lernen beim Zuschauen, folgen erst den Befehlen, wie sie diese richtig verstanden haben. Viele Leute interpretieren das fälschlicherweise als Sturheit. Und meiner ist ganz besonders schlau"
Woher Lucky Luke die Abschlepp-Nummer hat, kann Birgit nur vermuten: „Sein Vater ist schon damit berühmt geworden, mein Eselchen muss das geerbt haben. Das Halfterziehen ist eine Ersatzhandlung, Esel beißen gerne beim Spielen den Stuten in den Nacken. Und da sitzt nun mal das Geschirr."
Nach der ersten Frischluftrunde zieht Lucky Luke seine Molly in Richtung Küche. Sie bleibt vor dem Eingang stehen, er galoppiert direkt an den Tisch - da kennt er nichts - und holt sich sein Müsli ab. Birgit hat es extra kleingemacht, mit zwei Jahren hat Eselchen nämlich noch Milchzähne.
„Wenn der mit seinen Zirkusnummern so weiter macht, kommt er mit seiner Molly bald in die Westernstadt „El Dorado" nach Templin. Die beiden wären bestimmt eine Attraktion."
Das hat Lucky Luke natürlich gehört. Er wackelt mit seinen großen Ohren, schiebt die dicken Lippen nach oben und man könnte denken, er grinst.
Info: Hausesel können eine Schulterhöhe von bis zu 160 cm erreichen und sind mit 2 bis 2½ Jahren geschlechtsreif. Die Paarung findet in der Regel im Frühjahr statt. Nach einer Trächtigkeitsdauer von 12 bis 14 Monaten wird gewöhnlich ein Junges, manchmal auch zwei geboren. Die Entwöhnung der Jungen dauert bis zur Eigenständigkeit etwa sechs bis neun Monate. Esel sind in der Regel langlebiger als Pferde und können über 40 Jahre alt werden.
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