"Leb wohl Ajax, wir sehen uns!"

Vor genau einem Monat starb Ajax, der Hund von Tausend Tölen Leser Yves Krämer. So wie vielen anderen Hundebesitzern hat ihn der plötzliche und viel zu frühe Verlust seines vierbeinigen Freundes vor Schmerzen fast den Atem geraubt. Aber dann hat er seine Trauer in Worte verwandelt und eine wunderbare Geschichte über seinen wunderbaren Hund Ajax geschrieben. Lesen Sie selbst...

 

VORWORT

Zum Glück hat keiner gesagt: „War ja nur ein Hund." Da hätte ich mich voraussichtlich ziemlich vergessen. Wobei, vielleicht hätte ich jenen auch einfach eine Geschichte erzählt hätte, die ich nun hier und heute Ihnen erzähle. Eine für mich wichtige Geschichte, die ich der Liebe zu einem über viele Jahre steten Begleiter schulde, den wir vor exakt einem Monat im Alter von noch nicht mal 6 Jahren viel zu früh verloren haben. Einer Liebe, die mich seit jenem frühen und so schrecklichen Morgen des 11. März in anhaltende Trauer zwingt. In eine so tiefe und schmerzhafte Trauer, das ich dieser nur in offener Begegnung und Auseinandersetzung Herr werden kann. Mit dem Resultat, daß ich dem geneigten Leser heute von unserem kleinen Mann erzähle, unserem Dribbler, Schwanzwedler und Spielführer, unserem Bullen, unserem Butz, Hennas Papa, Adas Chef, ... oder einfach von unserem Ajax.


KLEINER MANNAjax als ganz junger Hund am Strand von Zypern

Angefangen hatte alles vor über 30 Jahren. Denn schon als kleines Kind wollte ich unbedingt einen Hund. Die erste Gelegenheit bot sich mir dann im Alter von 6 Jahren. Mein Vater war damals auf einem Abenteuerspielplatz in Mannheim-Schönau beschäftigt, dem Stadtteil-Pendant übrigens zur New Yorker Bronx. Als Sozialarbeiter hat er dort versucht, Jugendlichen aus schwierigen Verhältnissen durch den Tag zu helfen und im besten Fall gar eine Perspektive zu geben. Ich habe dieses ehrenwerte Bestreben meinerseits auf einen Mops-Welpen übertragen wollen, den einer dieser Jugendlichen mitgebracht hatte und für ein paar Mark
loswerden wollte. Diesen per se untauglichen Versuch konnte mein Vater mit dem üblichen Sermon von wegen Verantwortung und so abbügeln. Selbst mein Verweis auf den mir schon frühzeitig bekannten Taschengeld-Paragraphen hatte nicht gefruchtet. Etwa 20 Jahre später habe ich dann erneut einen ebenso untauglichen Versuch unternommen, in dem ich meine heutige Ex-Freundin mit der Adoption eines Berner Sennen-Welpen erst noch zur Ex-Freundin machen wollte. Den eigentlich offensichtlichen und mithin unlauteren Mißbrauch des bereits ausgeguckten Tieres als Trennungsbeschleuniger konnte ich selbst dann gerade noch erkennen - und mich noch mal für einige Jahre einbremsen.

Weitere 8 Jahre später war es dann aber im Spätsommer 2004 endlich so weit: Die Liebe meines Lebens und heutige Frau Krämer hat im Rahmen eines Tierschutzprojektes in Nord-Zypern eine Begegnung gehabt, die in der Folge unser beider Leben grundlegend verändern sollte und auch hat. Zusammen mit seinen beiden Geschwistern wurde am Strand ein kleiner, halbverhungerter, blähbäuchiger Welpe auffällig, als er versuchte, die schützenswerten Meeresschildkröteneier auszubuddeln und zu fressen. In den Tagen danach wurde er seinerseits zum weiteren Schutzobjekt der Projektteilnehmer, die ihn und seine Geschwister nach Kräften aufpäppelten, ihnen Aufmerksamkeit und Hinwendung schenkten sowie nicht zuletzt Namen gaben. Mein erster Kontakt mit Ajax fand kurz nach seiner „Verhaftung" mittels einer MMS statt. Mensch war das Bild klein, Mensch war der Kleine klein. Da waren die beiden Schlappohren größer als der Kerl selbst. Aber egal, mir war sofort klar: Die Zeit ist reif. Rückblickend weiß ich nicht mehr, ob ich erst seinetwegen entschieden hatte, Stef, damals noch nicht Frau Krämer, überraschend in ihrer letzten Woche vor Ort zu besuchen. Ist ja aber auch egal. Dramaturgisch bedeutsamer an der Stelle ist jedenfalls, daß wir dann einige Tage vor unserer gemeinsamen Abreise einen durchaus spektakulären Autounfall hatten - obacht, Linksverkehr! - und Ajax dann auf der „Flucht vor dem Autoverleiher" erst mal in die „Obhut" eines Tierheimes vor Ort übergeben mußten. Auf der Autofahrt dorthin, der ersten seines Lebens, hatte er mich ganz stilecht noch vollgekotzt und damit nachhaltig verdeutlicht: Du gehörst zu mir. Kaum in Deutschland haben wir dann alle Hebel in Bewegung gesetzt und durften Ajax einige Wochen später endlich in Berlin und in unserem Leben begrüßen. Hallo, kleiner Mann!


Ajax war Dribbler, Schwanzwedler und SpielführerDRIBBLER, SCHWANZWEDLER & SPIELFÜHRER


In den Tagen, Wochen, Monaten und Jahren seit damals haben wir Ajax dann umfassend kennen und kennenlernen dürfen. Und ihm gerade auch deshalb so viele Namen gegeben. Der Dribbler war er, da er sich stets leicht und lässig durchs Leben bewegt hat, auf hartem Grund immer zusätzlich untermalt vom rhythmischen Klang seiner Krallen. Der Schwanzwedler, da er im Unterschied zu den meisten seiner Artgenossen selten verschwenderisch sondern immer sehr akzentuiert seine Sicht der Dinge zum Ausdruck gebracht hat. Wenn er beispielsweise morgens mal nicht im Bett lag, sondern auf der Couch geweckt werden mußte, dann
setzte es ein promptes „Guten Morgen"-Schwanzwedeln in noch schläfriger Schlagzahl. Wenn er mich zusammen mit Stef hunderte von Malen in Tempelhof am Flughafen abgeholt hat, war es selbstredend eher ein staccato-artiges „Mensch, da isser wieder"-Schwanzwedeln, aber immer noch einzigartig in Timing und Taktung. Spielführer war er schließlich Zeit seines Lebens für uns, hat er doch das Spiel unseres Lebens maßgeblich bestimmt. Zum Spielführer kraft Binde am Arm oder genauer Bein ist er dann notgedrungen im letzten Kapitel seines und unseren Lebens mit ihm geworden.
Ein Blick, der das Herz eines Menschen warm werden lässt

Nach der erschütternden Krebsdiagnose aus dem April letzten Jahres und der schnell eingeleiteten Chemotherapie hat er nämlich die unzähligen wöchentlichen Behandlungstermine mit maximaler Professionalität auf dem „Platz¡ hinter sich gebracht. Am Ende jeder Behandlung hat er dabei einen farbigen Tape-Verband auf die durch intravenöse Verabreichung von Chemo-Medikamenten und Blutbildkontrollen beanspruchten Venen am linken oder wahlweise rechten Hinterlauf bekommen. Je nach Wetter, Stimmung, Lust und Laune hatten wir dann grüne Wochen, gelbe Wochen, orangene Wochen, ... oder auch mal pinke Wochen. Mit seinem wunderschönen braunen Pelz konnte er ohnehin jede Farbe tragen, was er auch nach seinem letzten Tierarzt-Termin vor knapp sechs Wochen trefflich demonstrieren durfte. Wie immer verließ er dribbelnd und schwanzwedelnd besagten „Platz" der ihm über die Zeit so vertraut gewordenen Praxis, sich ein letztes Mal verabschiedend von seiner Ärztin, die alles für ihn getan und ihn über die Zeit auch in ihr Herz geschlossen hatte. Die Farbe seiner letzten Spielführer-Binde? Lila.


BULLE

Irgendwie war das zum Ende fast schon sinnbildlich, ist die Farbe Lila doch die Farbe der Spiritualität, der Geister, der Magie, des Geheimnisvollen und symbolisiert unter anderem Verzauberung, Gefühlsamkeit und starke Empfindsamkeit. Darüber hinaus wird Lila mit Würde und Weisheit assoziiert. Und würdevoll sowie weise ist unser kleiner Mann durch sein Leben gegangen. Jedenfalls meistens, wenn er nicht mal zwischen drin den Bullen geben mußte. In der Wahrung seiner Interessen, sprich Abschirmung seines Rudels hat er dann die größten Rüden weggeschickt. Und selbst den leicht durchgeknallten Kampfhundmischling, der ihm in der Mitte seines Lebens beinahe eine spanische Krawatte verpaßt hätte, hat er am Ende im klassischen Lefzen-Schwitzkasten in die Knie gezwungen. Diese andere Seite an ihm, wo der Klügere auch nicht noch die andere Backe hinhält, war und ist aber auch in Ordnung gewesen - und im Kontext der Farbsymbolik absolut stimmig, steht Lila doch auch für den Übergang in die Harmonie der Gegensätze, für Extravaganz und Individualität. Erstaunlich passend erscheint auch der Umstand, daß Lila in der Natur nur selten vorkommt.

Mit all seinen Kräften und Listen hat Ajax sein Rudel verdeidigtSo wie Ajax, der natürlich einzigartig war und ist - und uns sicher kein zweites Mal im Leben begegnen wird. Bitter ist rückblickend allerdings der Umstand, daß Lila schließlich auch im Zusammenhang mit sexueller Frustration gesehen wird. Ajax hatte nämlich niemals echten Sex. Nur „unechten" Sex im Sinne von Selbstbefriedigung durfte er haben. Mal hat er dann seine Kissen, mal seine Decken rangenommen und mal auch den Versuch unternommen, Stef oder wahlweise mich ins Knie zu rammeln. Das eine Mal aber, als wir ihm wider aller von uns geteilter Tierschutzansichten und damit verbundener Fortpflanzungsrestriktionen erlauben wollten, eine vor Läufigkeit fast überlaufende Hündin zu besteigen, da wollte er nicht. Er hat kurz geschnuppert, die sich ihm bietende Gelegenheit auf den Prüfstand gestellt und dann dankend abgelehnt. Wobei, nein, nicht dankend, sondern offen seine Nase rümpfend und die faltige Schnauze noch mehr in Falten legend.

Der naheliegende Verdacht: Die Alte war einfach überhaupt nicht nach seinem Geschmack. Und, ja, ehrlich: Die ging gar nicht, auch wenn Ajax' Gene sicher maßgeblich zu dennoch vorzeigbarem Nachwuchs beigetragen hätten. Deswegen hatte der Mensch der „heißen" Hündin stellvertretend nicht minder um den Beischlaf gebettelt. Ajax allerdings hat sich damit bis in alle Ewigkeit für seine große Liebe Ivy aufgehoben, die er hoffentlich eines Tages wieder sehen wird, der Bulle.

BUTZ

Im Land hinter der Regenbogenbrücke wird Ajax bis dahin auf grünen Feldern toben, unter blühenden Bäumen ruhen, aus klaren Bächen trinken, ... - und auch dort immer unser Butz bleiben. Butz? Ja, Butz, aber nicht aus Nähe zu der nur einer Handvoll Menschen bekannten hessischen Kleinstadt Butzbach. Ajax und seine Familie - immer zusammen

Auch nicht aus Begeisterung für ein deutsches Leichtautomobil aus den 30er Jahren. Eher schon, wenn ich mich richtig erinnere, in zuerst überhaupt nicht bewußter Anlehnung an den Bi-Ba-Butzemann. Wie dieser war auch Ajax Zeit seines Lebens eine respektable Kinderschreckfigur. Genauer, eine „Kinderzurückerschreckfigur", denn Ajax hat sich immer zuerst vor Kindern erschreckt, um diese dann bellender Weise zurückzuerschrecken. Dieses mitunter lautstarke Gehabe hat ihm folgerichtig einen weiteren Beinamen eingetragen: old yeller. Aber zurück zum Bi-Ba-Butzenmann: Wie dieser tanzte unser Ajax-Butz gerne in unserem Haus, will sagen in unserer Wohnung herum, sich rüttelnd, sich schüttelnd, sein Säckchen hin und werfend ... Letzteres galt umso mehr, wenn er mal wieder den schon angesprochenen „unechten" Sex hatte. Was die Analogie zum historischen Butzemann betrifft, war es das aber auch schon. Anstelle eines Dämons, Gespenstes, Koboldes oder gar zwergenartiger Schreckgestalt war Ajax einfach ein für uns Mensch gewordenes Familienmitglied, das unser Leben nicht zuletzt durch seinen ihm sicher weniger bewußten Humor bereichert hat. Wenn er beispielsweise mal wieder mit Knochen im Maul auf dem Club-Sessel eingeschlafen ist oder die zugefrorene Ostsee um einen Stücken Packeis von der Größe eines Kleinwagens erleichtert hat, dann haben Stef und ich uns angeschaut - und wie die zwei Doofen gleichzeitig den einen immer treffenden Gedanken ausgesprochen: unser Butz.


Als "Papa" war Alex ein SupermannPAPA


Schön für Ajax, hoffen wir, und in jedem Fall schön für Henna war, daß unser Bulle auch ohne echten Sex über ein Jahr lang noch eine Vaterrolle einnehmen konnte. Die kleine Henna hat nach Ihrer Ankunft im Februar vergangenen Jahres jedenfalls unheimlich viel von ihm gelernt. Ajax hat ihr in seiner Souveränität und Größe geholfen, den Start in ihr neues Leben zu meistern und den vermeintlichen Gefahren einer ihr gänzlich unbekannten Welt zu trotzen. Einzig den Trick, das scheiß Rumgeballere an Silvester links rein und rechts rausgehen zu lassen, hat er ihr nicht verraten. Aber, hey, Mann muß ja auch nicht alle Geheimnisse direkt teilen. Sicher wollte er sich das und auch einige weitere Themen für eine Zukunft aufbewahren, die ihn als Hennas Papa noch vor einige spannende Aufgaben hätte stellen sollen. Das Leben hat leider nun leider dagegen entschieden, seinen und unseren Plan durchkreuzt und mit Henna einen kleinen Ajax mit Bart in ein Leben ohne Papa entlassen. In den teils stundenlangen Buddelorgien auf offenem Feld, wird Ajax aber weiterhin bei Henna sein und wie so viele Male in ihrem einzigen gemeinsamen Sommer darauf hoffen, daß die kleine Profi-Buddlerin ihre sichere Beute mit ihm teilt. So hatte es Henna noch zu Ajax' Lebzeiten geschafft, den Papa in einer Disziplin zu überflügeln

CHEF

Überflügelt in einer anderen Disziplin hatte Ajax dann Ende letzten Jahres auch die weitere vierbeinige Verstärkung unseres Krämer-Rudels. Ada hat trotz geringerer Körpergröße die deutlich größeren Waschlappen-Salatblatt-Ohren. Als dünner aber nicht minder flugtauglicher Dumbo flog sie ihm auf den gemeinsamen Runden auch immer ganz weit und ganz schnell davon. Die Maxi-Ohren im Wind kam sie aber immer ebenso schnell zu uns und zu ihm zurück. Auf der Rückbank hat sie sich dann gerne nach und nach an den kleinen Mann rangekuschelt und sich auch von seinen vorgetäuschten Chef-Allüren und Antikuschel-Tiraden nicht irritieren lassen, hat sie doch schnell erkannt, daß Ajax ein Chef zeitlos moderner Prägung war: harte Schale, weicher Kern. Das hat sich dann auch darin ausgedrückt, daß er auch vor unseren Kuschelattacken immer schnell Reißaus genommen hat. Auch ins Bett mußte man ihn bitten, oftmals vergebens, um dann in der Nacht festzustellen, daß sich der kleine Mann unbemerkt zwischen uns und damit über das ihm per se zustehende Fußende hinaus nach oben gemogelt hatte. Im Grunde seines Herzens war er eben nicht nur der wilde Kerl, der harte Mann, sondern ist auch immer der kleine, liebesbedürftige Findling aus dem nördlichsten Norden Nord-Zyperns geblieben.Ajax war der Boss in vielerlei Hinsicht und ein Sturkopf

Die harte Schale wird im Übrigen auch seinem Freund Anton fehlen, der unser Rudel regelmäßig verstärkt hat. Der junge Mann hat von Ajax immer mal wieder hart aber herzlich Orientierung im Sinne notwendiger Einordnung und Einnordung erfahren. Auch dabei hat sich immer wieder aufs Neue gezeigt, welch umfassendEr trug  den Namen der ganz Großen - Ajaxe Qualitäten eines echten Anführers Ajax in sich vereinte. Strenge, Erhabenheit, Weitsicht und Mut haben sich mit Güte, Großzügigkeit, Nahbarkeit und Langmut gepaart. Die punktuelle Raserei in schwachen Momenten hat ihn ob der auch ihm nicht fremden Fehlbarkeit nicht weniger sondern nur noch viel mehr zum Chef und Menschen gemacht. Nicht zuletzt deshalb hat er seinen berühmten Namen mit Recht getragen und diesem jede nur denkbare Ehre erwiesen.

AJAX


Berühmter Name? Klar! Kennt ja auch jeder, das Putzmittel aus dem Hause Colgate-Palmolive meine ich. Wie oft mußten wir uns das anhören. Weniger gehört, da weniger geläufig, aber leider mir, seit ich mein berufliches Dasein im hoffentlich bald endenden Interim unter einem Haufen von Online-Nerds verbringe: die Analogie zur Programmiersprache Ajax. Gar nicht oft, um nicht zu sagen nie, kamen dagegen Analogien zu der US-amerikanischen Automarke Ajax aus den 20er-Jahren oder zu dem Vichy-französischem Weltkriegs II U-Boot Ajax. Auch der nach seiner Erkrankung metaphorisch durchaus passende Vergleich mit der Tragödie
Aias von Sophokles kam keinem in den Sinn. Am populärsten war und ist aber, sicher wenig überraschend, der Vergleich mit einem holländischen, Entschuldigung, niederländischen Fußballclub als vermeintlichem Namensgeber. Und das mir, wo ich doch schon seit Müller, Gerds ZeiKann man  solchen Augen widerstehenten FC Bayern Fan bin.

Räumlich wäre zwar eher der alternative Vergleich zu Ajax Köpenick, einem Berliner Handballverein sinnhaft und legitim gewesen, inhaltlich macht aber Ajax Amsterdam schon einen, wenn auch indirekten Punkt. Schließlich stand dort, wie auch bei vielen Namensvettern rund um den Globus und quer durch die Historie und so auch bei unserem Ajax ein Mann Pate: Ja, Ajax war nach Ajax dem Großen benannt, einem der Haupthelden in Homers Ilias. Wie dieser war er stark, über die Maßen mutig, liebevoll und doch auch mitunter von, ich hatte es bereits zuvor eingeräumt, Raserei getrieben. Damit hat Ajax in unserem Leben eine Hauptrolle gespielt und wird diese auch künftig einnehmen. Denn obwohl er uns vor exakt einem Monat am frühen Morgen des 11.03. um 2.20 Uhr verlassen hat, ist er doch nur gegangen, um für immer unser kleiner Mann, unser Dribbler, Schwanzwedler und Spielführer, unser Bulle, unser Butz, Hennas Papa, Adas Chef, ... unser Ajax zu bleiben.

 

 

 

LEB WOHL, AJAX, WIR SEHEN UNS !Jetzt ist Ajax im Hundehimmel


Der kleine Ajax liegt still nun in Waldesruh,
seine so menschlichen Augen für immer zu,
dort draußen unter vom Blitz gespaltenem Baum,
da endete sein und auch unser schöner Traum,
der Traum vom bitte nimmer endenden Leben,
war ihm und uns ganz jäh nicht mehr gegeben,
stattdessen regieren Trauer, Tränen und Wut,
die Hoffnung auf bessere Tage erfordert viel Mut,
denn vorbei ist die Zeit der Unverwundbarkeit,
willkommen in der Realität mit all ihrem Leid,
und dennoch, wie wichtig, wir sehen ein Licht,
denn verlassen auf ewig wird er uns nicht,
in unser aller Herzen da wohnt er fortan,
der Butz, der Chef, unser kleiner Mann.

Yves, stellvertretend für das Krämer-Rudel, in Berlin am 11. April 2010


PS:
„Der Tod muß abgeschafft werden, diese verdammte Schweinerei muß aufhören. Wer ein Wort des Trostes spricht, ist ein Verräter." (Bazon Brock)