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Wenn Kinder um ihre Tiere trauern
"Leb wohl, mein guter Freund!"Text: Thomas Böhm/Fotos: Sönke Tollkühn
Sanft berührt der siebenjährige Dominik den Bildschirm. Seine Augen füllen sich mit Tränen. Auf dem Laptop ist das Foto von Tia, seiner kleinen Hündin gespeichert. Immer wieder ruft Dominik das Bild auf, um sich an sein geliebtes Tier zu erinnern. Nach fünfzehn Jahren ist der Vierbeiner vor einem halben Jahr gestorben. Die Hündin lag in ihrem Körbchen, als der Junge von der Schule kam. Altersschwäche.
Mutter Ines Schleicher: „Dominik hat furchtbar gelitten. Er hatte ein sehr inniges Verhältnis zu Tia, war der einzige, der alleine mit ihr Gassi gehen konnte. Wir haben sie gemeinsam in unserem Garten begraben und Dominik hat ein Ahornbäumchen gepflanzt. Sein Zwillingsbrüder Lucas hat das schneller überwunden. Er ist nach der Beerdigung gleich wieder Fußball spielen gegangen."
Es gibt keine allgemein gültige Formel, die den Eltern hilft, ihre Kinder zu trösten und den Tod eines geliebten Tieres zu erklären. Oliver Junker, Trauerbegleiter für Kinder und Initiator von www.kindertrauer.info beantwortet die Fragen vom TT-Team zum Thema "Kind und Trauer"
Gibt es „natürliche" Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen?
Wenn ein Tier eingeschläfert werden muss, raten Sie dazu, das Kind teilhaben zu lassen? Tierärztin Jeannette Koepsel ist sogar dafür, Kinder mit in die Praxis zu nehmen, wenn ein Tier eingeschläfert werden muss: „So begreifen sie doch viel eher, was passiert, wenn jemand stirbt. Ich erlöse die Tiere von den Qualen und erzähle den Kindern, dass das Tier jetzt auf Wolke 7 schwebt, das es ihm jetzt gut geht und mich das glücklich macht."
Gestern waren Dominik und Lucas auf dem Tierfriedhof in Steglitz. Dort haben sie vor kurzem ihre Schildkröte Aliki beerdigt. Friedhofsbetreiber Richard Mitschke reicht ihnen ein paar Äste, als Schmuck für das Grab und erzählt ihnen die Geschichte vom Abendstern, wo die Schildkröte jetzt lebt und egal, wo sie sich befinden auf sie herunterleuchtet. Eine schöne Geschichte.
Der TT-Buchtipp zum Thema:
Sie kommen frühmorgens in das Wohnzimmer und erwarten, dass ihr tierischer Liebling Sie wie jeden Morgen freudig begrüßt. Doch heute ist etwas anders - es bleibt still. Sie finden ihren Liebling zusammengerollt, tot auf seinem Lieblingsplatz. Jeden Moment kann der Sohn ins Wohnzimmer kommen - was dann?
Antworten darauf beschreibt der Autor Alfred F. Dworak in seinem Elternratgeber „Tod des geliebten Haustiers".
Wie gehe ich mit der Trauer des Kindes um? Wie sage ich es meinem Kind? Was können Eltern tun? Wo bekomme ich ein neues Haustier her? Mit Fragen wie diesen, beschäftigt sich der Autor in seinem Buch, in dem er auch über seine eigene Erfahrungen schreibt.
Der Autor, der u.a. für Dahoam is dahoam arbeitet, hat neben Ratschlägen zur emotionalen Bewältigung viele praktische Tipps zusammengefasst: Was kostet ein Begräbnis auf dem Tierfriedhof? Wann darf ich mein Haustier im Garten bestatten?
BOD ,,Tod des geliebten Haustiers" / ISBN 978-3-8370-3524-7 / Paperback / 68 Seiten / 7,90€ incl. 19% MwSt.
http://www.amazon.de/dp/3837035247?tag=wwwmetdworakn-21&camp=1410&creative=6378&linkCode=as1&creativeASIN=3837035247&adid=0FAXQT6WBYY9FJKA0SM2&
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