Hund Max pflegt in seiner Hofpraxis die HühnerDer „Hühnerlieb"

Unsere rührende Urlaubsgeschichte aus Italien

Mit äußerster Konzentration lauert Max in seiner Ecke. Als Doro und Anneliese an ihm vorbeigackern stürzt er los und packt erst Doro und dann Anneliese mit seiner Schnauze und bremst sie aus. Vorsichtig schiebt Max die beiden zwischen seine Vorderpfoten und knibbelt zärtlich mit seinen Zähnen an ihnen herum. Vom Hals bis zum Rücken. Genüsslich breiten Doro und Anneliese ihre Flügel aus und lassen sich das Gefieder putzen. Anschließend gehen alle wieder ihres Weges.
Max ist ein beigefarbener, hellbraun gefleckter Hund mit dunklen Knopfaugen, Doro und Anneliese sind zwei fröhliche Hühner. Und alle leben auf dem wunderschönen Hof von „Tiermutter" Heidi in Umbrien. Max stand vor ca. 8 Jahren eines Morgens völlig verwahrlost und ängstlich vor Heidis Tor und bat um Einlass. Er rührte sich keinen Zentimeter weg, bis Heidi sich ein Herz fasste und den Hund auf den Hof holte.
Sein neues Zuhause lies ihn wieder Vertrauen zu Menschen fassen und auch mit den anderen Bewohnern des Hofes, dem Esel Kurt, den blökenden Schafe und den neun Katzen schloss er schnell Freundschaft. Die wiederum nahmen den Streuner freundlich in ihre Arche Noah auf.

Max ist jetzt so etwas wie der Hofarzt. Nicht nur die Hühner profitieren von seiner liebevollen Behandlung. Auch der schwarze Kater Salvatore, der sich bei einem Kampf eine Verletzung am Ohr zugezogen hatte, steht unter den Fittichen von Max. Der wilde Kater darf erst wieder auf die Jagd gehen, wenn Max das kranke Ohr sauber geleckt hat.
Den zahlreichen Sommergästen, die dort Urlaub machen, ist der „Hühnerlieb" ein äußerst liebenswürdiger Gastgeber. Jeden Abend, wenn die Reisenden von einem Ausflug auf den Hof zurückkehren, wartet er an der Pforte und begleitet sie zum Haus. Nachts wacht er vor der Tür und wenn es Zeit ist, Abschied zu nehmen, lässt Max seine neuen Freunde nur ungern ziehen. Demonstrativ legt er sich quer vor deren Mietautos. Nur mit viel Überredungskunst von Heidi bewegt er sich von der Stelle und blickt den abfahrenden Gästen lange hinterher.
Bis zum nächsten Jahr, lieber Max und pass schön auf die anderen Tiere auf!
Text u. Foto: Manuela Schröder