Mit Profi und Schwimmweste kommt auch ein ängstlicher Hund im Wasser klarSo geht Ihr Hund beim Schwimmen nicht baden!

Text: Thomas Böhm/Fotos: Sönke Tollkühn

 

Die Badesaison für Hunde hat begonnen, jetzt treibt es die Vierbeiner ins Wasser. Sie genießen die nasse Abkühlung genau so wie wir. Aber Vorsicht ist geboten. Tierarzt Jan Schneider: „Das Baden in stillen Gewässern kann gefährlich sein. Die Algen blühen und dort, wo viele Hunde schwimmen und trinken, bilden sich auch sehr viele Bakterien. Ich habe jeden Tag bis zu fünf vierbeinige Patienten in der Praxis. Sie leiden an Magen-Darm-Infektionen und Ohrentzündungen."
Baden macht nun mal auch unseren Hunden sehr viel Spaß. Sie können von Natur aus schwimmen, ohne es zu wissen. Bestimmte Rassen wie der Portugiesische Wasserhund, der Neufundländer oder der Retriever haben zwischen ihren Zehen sogar sehr ausgeprägte Schwimmhäute, sind für die Wasserarbeit beim Jagen und Fischen abgerichtet. Doch kraulen Hunde nicht freiwillig über den See.


TT-Hundetainer Enrico Lombardi: „Schwimmen bedeutet für den Hund einen erhöhten Energieaufwand und um ihn dazu zu bringen, muss man ihn motivieren. Das kann der Halter sein, dem er nachschwimmen will, oder etwas, was er aus dem Wasser holen möchte. Ein Leckerli, oder ein Spielzeug."
Aber es gibt auch Hunde, die das Wasser scheuen. Der Experte erklärt, warum:Eine gute Vorbereitung gehört zu einem erfolgreichen Training
„Hat der Hund bis zur 16. Lebenswoche in seiner Prägungsphase keine positiven oder neutralen Erfahrungen mit dem Element Wasser gemacht, wird es schwierig, ihn später daran zu gewöhnen. Man sollte aber nie einen Welpen einfach in den See schmeißen und auf den Überlebensinstinkt setzen. Das bedeutet negativen Stress für ihn und er wird Wasser in Zukunft meiden."
Wenn ein Hund schwimmt, muss es dafür einen Grund geben: Zum Beispiel ein SpielzeugEnrico Lombardi verrät ein paar Tipps, wie man aus einem wasserscheuen Hund eine fröhliche „Planschkuh" macht:
- Mit dem Lieblingsspielzeug oder einem Leckerli wird der Hund schrittweise ins Wasser gelockt. Steht er zum ersten Mal mit den Pfoten drin, erhält er die Belohnung. Dabei immer loben.
- Die Übung wiederholen und dabei immer weiter ins Wasser gehen. Irgendwann verliert der Hund den Boden unter den Pfoten - und schwimmt.
- Einem besonders ängstlichen Hunden bindet man eine Schwimmweste um (ab 16 Euro im Fachhandel). Mit der kann man den Hund besser führen und somit beruhigend auf ihn einwirken. Das Training sollte ohne Zwang und Hektik durchgeführt werden.
Aber nicht überall, wo der Halter ins Wasser geht, darf der Hund mitschwimmen. An so genannten „wilden" Stränden gilt das Prinzip der gegenseitigen Rücksichtsnahme, an öffentlichen Badestellen und Naturschutzgebieten bleibt der Hund auf dem Trockenen.