Wenn Eurasier zusammentreffen


Die jüngste deutsche Hunderasse: EurasierDer coolste Hund der Welt

Text: Thomas Böhm/ Fotos: Tollkühn/Wolter

Was machen fünfzig Hunde, fast alles Rüden, wenn sie aufeinandertreffen? Sie bleiben völlig locker und gelassen. Denn es sind Eurasier, die coolsten Hunde überhaupt.
Auch auf der großen Hundeparty die jedes Jahr von den Fans und Mitgliedern der Kynologischen Zuchtgemeinschaft Eurasier e.V. (KZG) am Schloss Diedersdorf gefeiert wird, zeigten die Eurasier wieder von ihrer guten Seite. Sie nutzten beim gemeinsamen Gassigehen die Gelegenheit um fröhlich, friedlich herumzutollen. Sie waren zwar alle frisch gekämmt, aber nicht auf Krawall gebürstet.
Stefan Wolter, 44, Berliner Landesgruppenleiter: „Der Eurasier ist der beste Familienhund, den ich kenne. Er ist ausgeglichen und sozial verträglich."
Nicht nur deshalb werden in Berlin diese Hunde immer beliebter. Über 200 Halter sind bei der KZV gelistet, die Wartezeiten für einen Eurasierwelpen (Festpreis 920 Euro) sind lang.Eurasiertreffen in Schloss DiedersdorfEurasier ist die jüngste deutsche Hunderasse. 1960 kreuzte Julius Wipfel aus Weinheim Chow-Chow mit Wolfspitz und 1973 noch den sibirischen Samojeden hinein. Fertig war der robuste Eurasier, der ein wenig an Huskys erinnert. Er ist ein spitzartiger, mittelgroßer Hund mit Stehohren und einer über den Rücken getragenen Rute. Rüden haben eine Widerisshöhe von ca. 56 Zentimeter und können 26 Kilo schwer werden, Hündinnen sind etwas kleiner und leichter. Es gibt ihn in vielen schönen Farbkombinationen: falb-grau, rot-falben, wolfsgrau und schwarz.
Stefan Wolter: „Eurasier sind absolut freundliche Hunde. Sie sind Fremden über neutral und keine Einmannhunde. Sie fühlen sich jedem Familienmitglied gleichermaßen hingezogen. Aber sie sind nicht devot, haben ihren eigenen Kopf. Konsequente Erziehung ist obligatorisch. Aber wenn man damit im Welpenalter anfängt, hat man einen völlig problemlosen Hund."
Eurasier sind wachsam, aber keine Kläffer. Sie können in Stadtwohnungen, im Einfamilienhaus, mit Kindern und anderen Tieren gehalten werden. Auch für ältere Menschen haben sie sich als ruhige, anpassungsfähige Begleiter bewährt.
Stefan Wolter: „Ich kenne eine Frau, die sich das Bein gebrochen hatte. Daraufhin fraß ihr Hund nur noch die Hälfte, damit er nicht so oft raus musste."
Wie jeder andere Hund auch, hat der Eurasier einen Beutetrieb, doch ist dieser nicht so ausgeprägt. Er hat keine Lust, stundenlang Wild zu verfolgen. Er mag es auch nicht, von Fremden herumkommandiert zu werden, auch absoluter Gehorsam ist nicht seins. Deshalb ist er als Schutzhund nicht geeignet.Ein verspielter Welpe. Eurasier sind ganz normalStefan Wolter: „Eurasier haben ein dickes Fell. Trotzdem sind sie pflegleicht. Sie lassen sich gerne kämmen. Zweimal pro Woche reichen."
Und wenn Herrchen und Frauchen Gänsebraten naschen, legt sich der Hund einfach unter den Tisch und wird unsichtbar. Einen Eurasier kann man überall mit hin nehmen, ohne als Hundehalter beschimpft zu werden.