
Mehr Stories
Ein Therapiehund im Altenheim
Monthy ist ein gemütlicher, gutmütiger Schäferund. Wenn er mit Frauchen Dorothea Koblitz die älteren Damen in der Seniorenresidenz Spandau besucht, und seine tolle Show abzieht hebt sich die Stimmung und es kommt Freude auf. Das Tausend Tölen Team hat ihn bei seiner Therapie-Arbeit mal begleitet.
Monthy macht müde Mädels munter!Text: Thomas Böhm/Fotos: Sönke Tollkühn
Elvira Schmid, 88, ist putzmunter. Denn heute ist Dienstag. Und Monthy kommt. Der Gast, auf den sie und die anderen Damen in der Pro Seniore Residenz Wasserstadt in Spandau schon sehnsüchtig eine Woche lang gewartet haben.
Monthy ist acht Jahre alt und ein riesiger zotteliger Schäferhund. Er kommt in Begleitung von Hausfrau Dorothea Koblitz, 45: „Der Besuch bei den alten Damen macht allen Freude und bringt Abwechslung in den Alltag des Altersheimes."
Ganz langsam betritt Monthy den Raum, in dem sich die Frauen in ihren Rollstühlen und Sesseln gemütlich gemacht haben. Elvira Schmidt klatscht in die Hände und juchzst: „Wenn ich Monthy sehe, geht mein Herz auf. Dann ist hier Leben im Haus."
Dabei ist Monthy ein ganz normaler Hund, ohne Spezialausbildung. Freundlich, neugierig und verfressen.
Dorothea: „Er hat einen Wesenstest gemacht und die Begleithundeprüfung abgelegt. Aber er ist sehr gelassen, hat keine Angst in Fahrstühlen. Rollstühle und Krücken sind für ihn auch kein Problem. Er hat keine Scheu vor fremden Menschen und seine Ausstrahlung ist besänftigend. Mit seinem Charme hat er schon jedem hier im Heim die Angst vor Hunden genommen."
Gebannt starren die Damen auf das Leckerli, das mitten im Raum liegt. Der Schäferhund natürlich auch. Aber er darf es sich erst holen, nachdem Frauchen ihn dazu aufgefordert hat.
„Eines der wichtigsten Übungen. Hier können überall Tabletten auf dem Boden liegen. Und die darf Monthy auch nicht fressen."
Die nächste Nummer ist noch aufregender. Elvira Schmidt nimmt einen Plastikring in die Hand und wirft ihn Monthy zu. Der schnappt sich das Spielzeug aus der Luft und die Zuschauerinnen sind begeistert. Elvira: „Das habe ich mit meinem Hund früher auch immer gemacht."
Dorothea: „Ich denke mir immer etwas Neues aus. Ein festes Programm gibt es bei demenzkranken Menschen nicht. Es hängt von der Stimmung, der Verfassung, der Zusammensetzung der Gruppe und vom Wetter ab."
Zum Schluss geht Monthy zu jeder einzelnen Dame und lässt sich kraulen. Auch die 102jährige Magda hebt ihre zarten Hände und wuselt in Monthys dickem Fell herum.
25 Euro erhält Dorothea Koblitz für ihre liebevolle Arbeit im Monat. Die nötigen Imfpungen und Wurmkuren werden mit 50 Euro finanziert.
„Aber das ist zweitrangig. Das Schönste für mich, ist das Strahlen in den ansonsten schon müde gewordenen Augen der Damen. Da freue ich mich schon auf nächste Woche."
| - Impressum -- AGB -- Nutzungsbedingungen -- Datenschutzerklärung - |
Copyright © 2009 Tausend Tölen, mit freundlicher Unterstützung von Rechtsanwalt Oliver Grebe
All Rights Reserved.
Webdesign .kirner.logo.web.design. designed by Wilfried Kirner - Hundegrafiken von Thomas Böhm