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Das Dr. Spangenberg Spezial

Alle unsere Haushundrassen stammen ursprünglich vom Wolf ab, wie er heute noch mit zahlreichen Unterarten auf der Erde lebt und seine weiträumigen Reviere durchstreift. Das darf nicht vergessen werden: Auch im armen parfümierten Luxusgeschöpf, das seine Welt nur vom Arm des Halters aus erlebt - man denke nur an „Daisy", die Hündin des seligen Rudolph Mooshammer -, fließt das Blut des Ahnherrn Wolf mit all seinen Eigenarten. Eine eigenartige Mischung aus wildem Jäger und sozial handelndem Rudeltier, das ist unser heutiger Hund, wie er beispielsweise friedlich in Ihrem Wohnzimmer liegt und sich auf den nächsten Spaziergang freut.
Es gibt unendlich viele Tiere auf der Welt, die sich der Mensch gezähmt hat und mit denen er zusammenlebt. Da sei an das Pferd gedacht, dessen Transportleistung unsere Zivilisation erst möglich machte. Oder an das Schaf, das uns Wolle, Milch und Fleisch gibt, das Huhn, dessen Eier wir gern essen und nicht zuletzt auch die Katze, die mit einigem Geschick Menschen erziehen und nach ihrem Willen dressieren kann.
Doch der Hund ist absolut einzigartig!
Nur er kann unter bestimmten Umständen dem Menschen relativ leicht ein echter Freund werden. Es fehlt nicht an Beispielen, wo Hunde sich für ihre Menschen aufgeopfert haben und - seltener - wo auch Menschen ihr Leben für den Hund einsetzten. Freundschaft ist ja mehr als gegenseitiger Nutzen, der das Verhältnis Mensch zu Hund lange allein bestimmt hat. Es ist das Einstehen füreinander, eine tiefe innere Bindung, die man wohl auch Liebe nennen kann.
Trotz vieler Deutungsversuche ist bis heute nicht ganz klar, wie aus dem Wolf der Haushund wurde. Gewiss, man kann einen Wolfswelpen in menschlicher Obhut aufziehen. Dann wird er den Menschen nicht scheuen, ihm in der ersten Zeit tapsig nachlaufen und bei ihm Schutz suchen. Doch mit fortschreitendem Alter bricht das Wilde durch. Er drückt sich in dunklen Ecken herum, lässt sich ungern anfassen und beißt unvermittelt zu. Nur erfahrene Tierlehrer können ihm etwas beibringen. Der Wolf ist und bleibt ein Wildtier!
In grauer Vorzeit, sicherlich vor mehr als 15.000 Jahren, kam es, wohl durch Weiterzucht von handaufgezogenen Wölfen, zu Übergangsformen, die sich immer mehr den so geschätzten hündischen Charaktereigenschaften annäherten. Seit ungefähr 10.000 Jahren begleitete dann der Hund den Menschen.
Der Hund ist weltweit gesehen allerdings nicht das älteste Haustier. Das war wohl das Schaf oder die Ziege im Orient. In Europa domestizierten die Jägervölker in der Mittelsteinzeit aber zuerst den Hund.
Hunde galten immer als geschätzte Jagdkumpanen. Mit ihren feinen Sinnen
• spürten sie das Wild auf,
• hetzten es müde
• und stellten schließlich die Beute,
sodass der Mensch sie mit Nahdistanzwaffen, wie dem Speer, erlegen konnte. Außerdem bewachten Hunde das Heim und Eigentum ihrer Menschen. Sie lebten in der Familie, waren daher auch Spielkameraden und teilweise sogar Erzieher der Kinder.
Bitte nicht vergessen: Damit sie diese Aufgaben gut erfüllen konnten, mussten Hunde gut und ausdauernd laufen können, sie sollten das Wild freudig verfolgen und haben extra für den Menschen eine bestimmte Lautäußerung gelernt, das Bellen.
• Es ist für Hundekenner daher ein trauriger Witz, wenn man heutzutage beklagt, dass der Hund ständig an die frische Luft möchte, jede Hasenfährte verfolgt und immer bellt, wenn er auf etwas aufmerksam machen will. Gerade deshalb hat man den Wolf doch zum Hund gemacht!
Und wie das früher mit vielen Heimtieren so war, man denke nur an die Kaninchen, in Notzeiten wurden Hunde ohne besondere Sentimentalität auch geschlachtet und gegessen!
Im Laufe der Jahrtausende gelang dem Hund eine einzigartige Karriere vom Wildtier zum wertvollen Arbeitskameraden und lebenden Nahrungsvorrat, schließlich Freizeitkumpel, ja sogar Statussymbol! Es ist die große Frage, ob ihm das überhaupt recht ist. Eines sei jetzt schon vorweggenommen. Was den heutigen Hunden überhaupt nicht gefällt, ist, dass sie in vielen Fällen arbeitslos geworden sind - ein schlimmes Schicksal, trotz aller Liebe!
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