Diese beiden haben Blut gespendetZwei tapfere Hunde

Ein Bericht von Sigrid Lessing

Bei unserem täglichem Waldspaziergang haben wir einen Aufruf zur Blutspende gelesen. Also haben wir uns an die Tierklinik Berlin gewendet und einfach mal nachgefragt. Gleich kam die Nachfrage wann wir denn kommen könnten, es wird so dringend Blut gebraucht.

Wir haben uns dann heute auf den Weg in die Klinik gemacht. Fritzi unsere Beaglemixhündin und Bella Schäfer-Doggenmix und Frauchen wurden in der Klinik freudlich im Empfang genommen. Beide Hunde wurden gründlich untersucht, und es wurde Blut abgenommen. Das Blut wurde untersucht ob die beiden Blut spenden dürfen. Nach einer kurzen Wartezeit kam dann das ok. Nun ging es los. Bella war die Erste, ein bißchen Fell am Hals wurde rasiert und der Zugang kam in die Halsvene, und schon lief das Blut. Es dauerte nicht lange dann war Bella fertig. Die gleiche Prozedur mit Fritzi. Beide waren so super lieb und gelassen, wir sind so stolz auf die Beiden.
Die Tierklinik braucht so dringend Blutspenden. Wer einen Hund hat, der wenigstens 20 Kilo wiegt und zwischen 1 und 8 Jahre alt ist, keine ständigen Medikamente braucht, sollte sich einfach mal überlegen ob der Hund nicht auch Blutspender werden könnte. Rufen Sie in der Tierklinik an und fragen Sie nach.
Wir sind jedenfalls sehr froh, dass unsere Hunde einem anderen Hund vielleicht das Leben retten können. Wir gehen wieder zur Blutspende.

Und so funktioniert's:


Momo bleibt auf dem OP-Tisch ganz gelassenDie Lebensretter von Düppel

Ruhig Blut!

Text: Thomas Böhm/ Fotos: Sönke Tollkühn

Momo weiß noch nicht, was ihr heute blüht. Freundlich und entspannt schaut die 2 ½ jährige Mischlingshündin die Tierärztin an, die gerade die Vena saphena am linken Hinterbein abtastet. Ein kleiner Piekser für drei Milliliter Blut. Das war's schon. Vorerst. Die Blutprobe kommt ins Labor, dort wird ein Blutbild erstellt und die Blutchemie analysiert. Momo darf vom Behandlungstisch wieder runter und mit Frauchen eine kleine Runde Gassi gehen. In zwanzig Minuten wird es dann aber ernst.
Florentina Richter, 21, aus Kreuzberg ist heute in die Kleintierklinik Düppel gekommen, um Blut zu spenden. Das Blut von ihrer Hündin.
Tierärztin Claudia Kellermeier, 37: „Dafür sind wir sehr dankbar. Wir brauchen hier ständig Blut. Für Notfälle müssen wir immer ausreichend Konserven im Kühlschrank haben. Sonst kann es ziemlich stressig werden."
Nicht nur bei Schnittverletzungen, Beißattacken oder Autounfälle wird Blut gebraucht. Auch bei inneren Blutungen, Tumoren, Vergiftungen und Immunerkrankungen müssen die Tierärzte „aus dem Vollen schöpfen können", um so Hundeleben zu retten.
Momo wurde vor der ersten Blutabnahme auf Herz und Lunge untersucht und hat 35 Kilo auf die Waage gebracht. Die Ärztin kann ihr also 350 Milliliter abnehmen, 10 Milliliter auf 1 Kilo ist die Regel in der Kleintierklinik.Gleich wird Blut fließen
„Wir bevorzugen natürlich große und schwere Hunde. Ein Dackel als Blutspender ist daher weniger geeignet. Der Hund sollte 20 Kilo aufwärts wiegen und mindestens ein Jahr alt sein. Bis zum 9. Lebensjahr kann er dann regelmäßig spenden."
Im letzten Jahr wurden bei Hunden 321 Bluttransfusionen benötigt. Zurzeit befinden sich noch rund 20 Blut- und Plasma-Konserven (á 350 Milliliter) in der Klinik. Rund 50 vierbeinige Spender stehen in der Kartei, sie dürfen aber nur alle drei Monate „angezapft" werden, um die Hunde nicht zu belasten.
Claudia Kellermeier hat das Ergebnis aus dem Labor erhalten. Die Werte sind prima. Die Blutgruppe ist DEA 1.1. positiv.
„Beim canis familiaris wurden über 12 unterschiedliche Blutgruppen festgestellt. Für die Spende wird aber nur zwischen den beiden Gruppen DEA 1.1.positiv und DEA 1.1. negativ unterschieden Die Rasse spielt überhaupt keine Rolle und die Herkunft auch nicht. Aber wir achten darauf, dass unsere Spenderhunde nicht aus dem Süden kommen und dort auch nicht im Urlaub waren, da es dort viele ansteckende Blutkrankheiten, wie zum Beispiel Leishmaniose gibt."
Momo ist jetzt bereit, die Tierärztin hat Verstärkung geholt. Zu dritt wird der große Hund auf den Behandlungstisch gehievt und festgehalten. Claudia Kellermeier hat den Blutbeutel mit einem Gerinnungshemmer präpariert, damit die kostbare Flüssigkeit auf dem Weg in die Zentrifuge nicht verklumpt.
Tapfer lässt Momo die Prozedur über sich ergehen. Claudia Kellermeier setzt die Kanüle vorsichtig in die Vena jugularis an die geschorene Stelle am Hals und dann dauert es 10 Minuten bis die 350 Milliliter Lebenssaft durch den Schlauch in dem Beutel geflossen ist.
In der Zentrifuge wird das Vollblut in Blutplasma und Erythrozyten (rote Blutkörperchen) aufgetrennt Momo bekommt einen Sack Futter als Dankeschön. Zudem war die Grunduntersuchung kostenlos und bei regelmäßigen Blutspendern gibt es Rabatt auf Impfungen und Wurmkur.350 Milliliter Blut für einen verletzten Hund
Florentina: „Auch wenn es für die Spende kein Geld gibt. Ich mache das auf jeden Fall wieder. Wenn mein Hund einem anderen Hund das Leben retten kann, freuen wir uns beide."