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Die Welpen-Mama und ihre Liebe zur spanischen Aristokratie
Flamenco auf vier PfotenText: Thomas Böhm/ Fotos: Marilla Slominski
Es ist halb Zwölf in der Nacht. Die Maschine aus Fuerteventura hat kaum Verspätung. Trotzdem läuft Daniela Frieser, 43, seit einer halben Stunde in der Ankunftshalle vom Flughafen Tegel auf und ab.
„Das ist ja nun nicht mein erster Hund von der Insel, aber es ist immer wieder aufregend!"
Endlich taucht der Flugpate auf. Er hat einen Podenco-Welpen auf dem Weg von den Kanarischen Inseln nach Berlin begleitet und gibt nun sein „Gepäck" an Daniela weiter. Durch die Gitter der Transportbox schauen zwei hellgelbe Augen neugierig in eine neue, hektische Welt. Daniela laufen die Tränen über die Wangen.
„Das ist die kleine Topenga. Gerade mal 9 Wochen alt. Sie wurde mit ihren Geschwistern von einem Tierfänger geschnappt. Da aber dort sämtliche Tierheime restlos überfüllt sind, wäre sie wohl nicht lange am Leben geblieben."
Vorsichtig nimmt Daniela den Welpen aus der Transportbox, drückt ihn an ihre Brust und wickelt ihn in ein Tuch. Das kleine Podenco-Mädchen schaut neugierig über Danielas Schulter dem Treiben auf dem Flughafen zu, dann fallen ihr aber auch schon wieder die Augen zu. Fünf Stunden Flug sind auch für eine feurige Spanierin ziemlich anstrengend.
Zuhause in Kleinmachnow werden beide von Emmely, einer sechs Jahre alten schneeweißen Podenco-Dame freundlich begrüsst, dabei verschwindet Topengas Kopf fast ganz in Emmelys Schnauze. So klärt man im Süden ganz schnell die Rangordnung.
Gibt es vor Ort keine Möglichkeit auf ein neues Zuhause, wird versucht, in Deutschland neue Halter zu finden. Und dann kommen engagierte Tierschützer wie sie ins Spiel.
Info:
Die Tiere von der THF oder von OKAPI kommen alle geimpft, gechippt und mit einem EU-Pass nach Deutschland. Sie sind auf alle Mittelmeerkrankheiten (Leishmaios,Ehrlichiose, Babesiose) getestet und wenn sie älter als 10 Monate sind, auch kastriert.
Die Flugkosten (rund 30 Euro) übernimmt der neue Halter. Das Ein- und Ausschecken übernimmt der Flugpate, der vor Ort organisiert wurde. Ein Hund kostet unkastriert 210 Euro, kastriert 280 Euro.
Über das „Zergportal" (www.zergportal.de) werden die Hunde vermittelt.
Das sagt der Deutsche Tierschutzbund zum Thema „Hundevermittlung aus dem Ausland"
Der Deutsche Tierschutzbund vertritt die Auffassung, dass die Überführung von Tieren aus Südeuropa mit dem Zweck der Weitervermittlung auf folgende Ausnahmefälle beschränkt bleiben sollte:
- Die Aufnahmekapazität vor Ort ist erschöpft.
- Eine Vermittlung vor Ort ist nicht möglich.
- Die einzige Alternative wäre die Tötung der Tiere.
Das Elend der zahlreichen herrenlosen Hunde und Katzen in diesen Ländern ist nach wie vor groß, und die Tierfreunde und Tierschutzvereine vor Ort können längst nicht alle ihre Schützlinge innerhalb des Landes an neue, liebevolle Besitzer vermitteln. Der einzige Ausweg erscheint da häufig der Transport dieser Tiere nach Deutschland, um für sie mit Hilfe deutsche Tierheime schließlich doch noch ein neues Zuhause zu finden. Die im Ausland tätigen Mitgliedsvereine des Deutschen Tierschutzbundes sind in der Regel sehr darum bemüht, nur gesunde Tiere nach Deutschland zu schicken. Zu diesem Zweck werden die Hunde und Katzen tierärztlich untersucht, geimpft, gegen Parasiten behandelt und auf das Vorhandensein spezieller Krankheiten, wie beispielsweise die Leishmaniose oder die Herzwurmerkrankung, getestet. Damit soll vermieden werden, dass Krankheiten nach Deutschland und in die deutschen Tierheime eingeschleppt werden. Anlässlich eines Tierschutztreffens der im Ausland tätigen Mitgliedsvereine des Deutschen Tierschutzbundes im Sommer 1996 wurden Richtlinien aufgestellt und beschlossen, nach denen diese Vereine ihre Arbeit im Ausland gestalten. Auch für die Verbringung von Tieren nach Deutschland wurden in diesem Rahmen Regelungen aufgestellt, die für unsere Mitgliedsvereine verbindlich sind. Grundsätzlich steht an erster Stelle der Arbeit unserer Mitgliedsvereine die Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort, denn tatsächlich stellt die Vermittlung einiger Tiere nach Deutschland keine wirkliche Problemlösung dar.
Flugpaten haben in der Vergangenheit oftmals die Erfahrung machen müssen, dass die Papiere unvollständig oder nicht in Ordnung waren, die Transportkosten nicht von den Vereinen übernommen wurden, dass die Übernahme am Zielflughafen nicht geregelt war und dass sie die Verantwortung für die Tiere gegen ihren Willen übernehmen mussten
* Flugpaten werden über das Vorgehen häufig nicht ausreichend informiert, so dass sie nicht wissen, wie sie sich verhalten müssen
* Krankheiten können trotz Impfungen bzw. Gesundheitszeugnis eingeschleppt werden (z.B. Leishmaniose, Tollwut, Staupe etc.)
* Einige Fluggesellschaften weigern sich aus unterschiedlichen Gründen, vermehrt Tiere nach Deutschland mitzunehmen (z.B. Abholung der Tiere bei unbegleiteten Transporten nicht geregelt, Angst vor illegalem Tierhandel)
* Überfüllte Tierheime in Deutschland, z. Zt. schwere Vermittlung von mittelgroßen und großen Hunden
* Im Ausland bisher frei lebende Tiere passen sich nur schwer an Gefangenschaftsbedingungen an, versuchen, ständig auszureißen und/oder können z. T. schwere Verhaltensprobleme entwickeln.
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