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Billig-Ware Welpen
Für sie sind Hunde nur Sonderangebote, die schnell verkauft werden müssen. Alles, was liegenbleibt wird weggeworfen, wie faules Obst. Die Welpen-Dealer werden immer skrupelloser, nutzen das Mitleid der Tierfreunde aus und bedienen die Schnäppchenjäger unter den Hundehaltern. Die Billig-Welpen sind meistens dem Tode geweiht, bevor sie überhaupt richtig anfangen können, zu leben.Ein Bericht von Ursula Bauer (aktion tier Berlin) mit Expertentipps von Tierarzt Jan Schneider/Fotos: aktion tier, Deutsches Tierschutzbüro und Deutscher Tierschutzbund
Tierschützer schätzen den Umsatz, der pro Jahr mit dem Handel von Hundewelpen aus Massenzuchten erwirtschaftet wird, auf fast 400 Millionen Euro jährlich allein in Deutschland. Die Welpen, die auf Wochenmärkten oder in Annoncen angeboten werden, stammen zumeist aus Massenzuchten, Tierfabriken im osteuropäischen Ausland!
Tierarzt Jan Schneider aus Marienfelde: "Wir haben mehrmals in der Woche solche schwerkranken Welpen auf dem Tisch liegen. Meistens haben sie keine Überlebenschance. Die Diagnostik wird erschwert, weil die Besitzer mit gefälschten Impfpässen ankommen und wir Tierärzte durch die illegalen Täuschungsmanöver dieser skrupellosen Händler Zeit verlieren. Viele Welpen, die vielleicht gesund waren, bevor sie auf den Markt "geworfen" wurden, werden durch Menschenhand infiziert. Die Krankheitserreger werden durch das ständige Streicheln über die ganzen Märkte verteilt. Bei einer Inkubationszeit von ca. 4-10 Tagen werden die Welpen erst krank, wenn sie in Deutschland sind. Staupe, Parvovirose, andere Durchfallserkrankungen, Parasiten wie Giardien, Flöhe und Würmer sind die häufigsten Ursachen für den Welpentod. Viele Tiere sind dermaßen gestresst, dass ihr Immunsystem zusammenbricht und sich deshalb die lebensgefährlichen Parasiten schnell vermehren können."
„Dass man auf Polenmärkten für 50 Euro etwa einen reinrassigen Boxer erstehen kann, für den man bei einem seriösen Züchter mindestens 900 Euro bezahlen müsste, ist sicherlich für manchen Hundefreund verlockend", sagt Ursula Bauer von aktion tier. „Wir raten jedoch dringend von einem Kauf ab", so die Biologin weiter. Nicht nur die relativ hohe Wahrscheinlichkeit, ein krankes Tier zu bekommen, sowie die Tatsache, dass durch den Kauf der gewissenlose und ausschließlich profitorientierte Handel unterstützt wird, sollten nachdenklich machen. Letztendlich drohen auch rechtliche Konsequenzen. Gemäß der Deutschen Tierschutz-Hundeverordnung darf ein Welpe erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. Wer etwa aus Unwissenheit ein jüngeres Tier ersteht, handelt ordnungswidrig. Außerdem müssen gemäß den geltenden Bestimmungen auch Hundewelpen unter 3 Monaten bei der Einreise nach Deutschland mittels Microchip oder Tattoo gekennzeichnet sein sowie über eine EU- Heimtierpass verfügen. Hunde der Rassen Pit-Bullterrier, American Staffordshire-Terrier, Staffordshire-Bullterrier, Bullterrier sowie deren Kreuzungen dürfen überhaupt nicht nach Deutschland eingeführt werden.
Tierarzt Jan Schneider: "Es gibt einen schlimmen neuen Trend. Sogenannte Zwischenhändler kaufen im Ausland ganze Würfe auf, bringen sie illegal nach Deutschland. Hier werden sie über das Internet verkauft, so das der Eindruck entsteht, die Hunde wurden auch hier gezüchtet.
Meine Tipps: Niemals einen Hund im Internet kaufen, sondern nur bei zugelassenen Züchtern, wenn es überhaupt ein Welpe sein muss.
Nicht an der falschen Stelle sparen. Das, was man bei diesen Händlern weniger bezahlt, landet garantiert beim Tierarzt.
Niemals Hunde aus dem Kofferraum, auf Märkten oder auf der Straße kaufen. Die illegalen Händler nutzen das Mitleid der Tierfreunde aus. Aber mit jedem Kauf wird dieses üble Treiben unterstützt."
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