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Drama in Grönland
Schlittenhunde in Grönland, einst Partner und wichtiger Helfer im harten Leben auf der größten Insel der Erde. Die stattlichen Hunde mit meist hellem Fell und den stahlblauen Augen sind wie geschaffen für das raue Klima. Früher waren die von den Tieren über erstaunlich weite Strecken gezogenen Schlitten die einzigen Fortbewegungsmittel. Dementsprechend achtsam gingen die Menschen mit diesen sehr wertvollen Helfern um.
„In den letzten Jahrzehnten scheint sich das innige Verhältnis zwischen den Inuit und ihren Hunden jedoch grundlegend gewandelt zu haben", sagt Ursula Bauer von aktion tier Berlin. Augenzeugen berichteten von einem trostlosen Hundeleben in Dreck und Müll, an kurzen, tief ins Fleisch einschneidenden Eisenketten, ohne Schutzhütten. Die Tiere sind oft bis auf die Knochen abgemagert und mit Wunden übersät. Vielen Grönlandhunden werden außerdem die Zähne mit dem Hammer eingeschlagen, damit sie ihre Leinen nicht durchbeißen. Laut den Aussagen von ortsansässigen Amtstierärzten sollen 60-70 % aller Schlittenhunde in Grönland unter derart katastrophalen Bedingungen leben.
Fällt der Name Grönland, wird dies mit Abgeschiedenheit, Naturverbundenheit, traditionellem Leben der Inuit verbunden, Tiere und Menschen teilen sich die größte Insel der Erde im gegenseitigen, harten aber respektvollen Überlebenskampf. Weit gefehlt: In Grönland leben etwa 21 000 Schlittenhunde unter katastrophalen Umständen. Es herrscht ein flächendeckendes Grauen mit ständig angeketteten Schlittenhunden, die ohne Wasser und Futter dahinvegetieren.
Einsame Hunde an Ketten, ohne Wasser, skelettierte Hunde mit zusammengebundenen Beinen, den Strick, der als Halsband fungierte, noch um den Hals. Zwar stehen überall Eimer oder Bottiche, doch sie sind zumeist leer. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass mehr als 90% der Tiere kein Wasser haben, oder zumindest nur sehr selten, viele Hunde sind vor Durst schon fast wahnsinnig und das obwohl manchmal sogar Wasser in Rinnsalen an ihnen vorbeifließt. Doch sie können es nicht erreichen, weil die Ketten zu kurz sind ...
In den entlegenen Dörfern wird das Ausmaß der Tragödie erst so richtig sichtbar. In jedem Dorf leben mindestens 150 Hunde, alle unter widrigsten Umständen, angekettet, manche bis zur fast völligen Unbeweglichkeit mit den Ketten verwickelt, ohne Wasser, ohne Futter. Denn Futter gibt es im Sommer nur alle 3-4 Tage, oft nur einmal pro Woche und dann nur Eingeweide von Robben, ab und zu etwas Fisch. Die Welpen müssen am nackten Boden liegen, auch im Regen, Welpenhütten sind zwar gesetzlich vorgeschrieben, doch es hält sich niemand daran. Schlimm ist, dass die Ketten der Muttertiere ganz knapp neben den Welpen befestigt sind. Läuft die Mutter auf und ab, scheuert die Kette über die Kleinen, diese schreien jedes Mal auf vor Schmerzen. Oft können die Mütter nicht zu den Welpen, weil die Ketten schon so verwickelt sind, dass sich die Hunde nicht einmal einen halben Meter bewegen können.
Es ist fast unglaublich, wie freundlich dennoch diese Hunde sind. Alle wedeln, lecken einem die Hand, springen an einem hoch, wollen spielen. Manche lassen sich sofort am Bauch kraulen, so gut wie keiner zeigt sich aggressiv. Man sieht, wie traurig die Hunde sind, man erkennt die Verzweiflung in ihren Augen - selbst die Welpen haben bereits einen traurigen Gesichtsausdruck. Alle Hunde sitzen auf Felsen, in Müllhalden, zwischen Glasscherben, Dreck und Getränkedosen. Mutterhündinnen versuchen mit letzter Kraft für ihre Welpen ein Nest aus Grasbüscheln zu bauen, Hunde winseln und schreien verzweifelt um Hilfe, wenn sie
jemanden sehen, von dem sie meinen, er würde ihnen helfen. Bei jeder Kontrolle werden Hunde erschossen, manchmal bis zu 60 Tiere, Hunde, die ganz leicht gesund zu pflegen wären, denn die Grönlandhunde sind äußerst zäh. Freilaufende Tiere werden sofort erschossen.
Was kann man tun?
Verbesserung der grundlegenden Lebensbedingungen der Schlittenhunde:
1. Dauernder Zugang zu Wasser
2. Regelmäßige Fütterung
3. Welpenhütten
4. Regelmäßige Kontrolle des Gesundheitszustandes der Hunde
5. Tägliche Kontrolle der Ketten
Pilotprojekt Auffangstation und Schulvideo des Österreichischen Tierschutzvereins
In Zusammenarbeit mit der Amtstierärztin vor Ort soll in Ilulisaat eine kleine
Auffangstation gebaut werden. Hier könnten auch junge Menschen eine Arbeitsstelle finden
- als Tierpfleger, so hätten zumindest einige junge Grönländer eine Perspektive.
Ziel ist es, mehrere Auffangstationen in ganz Grönland zu bauen, in Zusammenarbeit mit
grönländischen und dänischen Fachleuten.
Der Österreichische Tierschutzverein wird versuchen ein weltweites Netzwerk aufzubauen und Spender und Sponsoren suchen, um diese Auffangstationen zu bauen.
Der zuständige grönländischen Landwirtschaftsminister Silverth Heilmann ist einverstanden, dass der Österreichische Tierschutzverein ein Aufklärungsvideo für die Schulkinder in Grönland produziert. Das Schulvideo kann mit Vorträgen an Schulen gebracht werden, vorbildliche Hundeführer können jungen Menschen zeigen, wie man Schlittenhunde artgerecht hält und versorgt.
Weitere Informationen:
Marion Löcker
Österreichischer Tierschutzverein
Kampagnen und Projekte
Kohlgasse 16, A-1050 Wien
Tel.: 01/897 33 46
E-mail:
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BIC: BKAUATWW
Verwendungszweck: Code 8230 Grönland
Vielen Dank im Namen der grönländischen Schlittenhunde
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