Die Hunde immer schön auf Abstand halten, den entsresst die SituationWie man mit dem Hund sicher durch die Stadt kommt

Text: Thomas Böhm/Foto: Sönke Tollkühn

Der Hund hat sich an der Seite der Menschen über die Jahrzehnte an das hektische Leben in der Großstadt gewöhnt. Er blendet vieles aus, trennt instinktiv die wichtigen Dinge von den unwichtigen. Aber ohne die Hilfe seines Halters, würde er im Straßenverkehr schnell unter die Räder kommen. Der BZ-Hundeexperte Enrico Lombardi gibt Tipps, wie man mit seinem Hund sicher durch die Stadt kommt.
Obwohl es in Berlin keinen Leinenzwang gibt (Ausnahme: Wohnanlagen, Versammlungen, Feste, u. Fußgängerzonen, in öffentlichen Verkehrsmitteln gilt sogar die Maulkorbpflicht) sollte der Hund auf der Straße nicht frei herumlaufen. Die spontane Reaktion auf einen Reiz (z.B. ein anderes Tier jagen) kann ihn und andere gefährden. Eine locker geführte Leine gibt dem Hund außerdem Sicherheit. Das Band zum Rudelführer beruhigt ihn. So ist die Leinenführigkeit ist das A und O eines entspannten Spaziergangs.

Ein Hund kann nicht einschätzen, wie gefährlich Autos sind - wenn er nicht negative Erfahrungen gemacht hat - und erkennt keine roten Ampeln. Lombardi: „Bleiben Sie vor jeder Straßenüberquerung stehen, stoppen Sie Ihren Vierbeiner mit einem Kommando und belohnen Sie ihn nachdem er z.B. „Sitz" gemacht hat. Erst beim Freizeichen wie „Lauf", geht es weiter."In den öffentlichen Verkehrsmitteln gilt Maulkorbflicht
Nicht jeder Kontakt zu anderen Artgenossen ist gewünscht. Wird es eng auf dem Gehweg und ein anderer Vierbeiner kreuzt den Weg, versuchen viele Hunde den anderen mit Knurren und Gebell zu verscheuchen, da sie an der Leine selbst nicht ausweichen können. Durch vorzeitige Ablenkung (Spiel, Futter) kann man diese Situation ins Positive drehen. Außerdem ist es sinnvoll als Halter zwischen den Hunden zu laufen.
Brav sitz machen, bis der Bus kommtEin Halter ist verpflichtet, immer die Kontrolle über seinen Hund zu haben. Schnuppern an Einkaufstaschen und Hosen kann er durch einen kurzen Zug an der Leine unterbinden. Nicht jeder Passant ist ein Hundefreund. Grundsätzlich ist gegen eine Streicheleinheit eines Hundefans aber nichts einzuwenden.
Lombardi: „Viele Hunde haben Angst in einen Bus oder eine Bahn einzusteigen. Trainiert man vom Welpenalter an wird der Aufenthalt in den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Normalität. Älteren Hunden kann man Ängste am besten nehmen, in dem man nicht auf sie eingeht und sie mit viel Ruhe, langsam Schritt für Schritt an die gefürchtete Situation heranführt. Am besten mit einem Leckerli für jede Stufe, die in den U-Bahnschacht führt."