Sie sehen andera aus als andere Hund, sind aber genau so Hund wie jeder andereXolos - die quietschfidelen Nackedeis!

Text: Thomas Böhm/Foto: Sönke Tollkühn

Sie haben einen unaussprechlichen Namen und sehen außergewöhnlich aus: Die Xoloitzcuintle aus Mexiko gehören zu den ältesten und seltensten Rassehunden der Welt. Ihre Haarlosigkeit ist nicht gezüchtet, sondern eine Laune der Natur. Dipl.-Ingenieur Jörg Rook, 50, aus Lichtenrade hat gleich zwei Prachtexemplare und ist begeistert.
„Meine Rüden Benny und Macho sind einzigartig und doch ganz normale Hunde. Sie spielen, kuscheln und bewachen unser Haus, wie Schäferhunde es auch tun würden. Aber sie sind natürlich viel pflegeleichter."
Xolos transpirieren durch die Haut, die Zunge hängt niemals heraus und sie hecheln nicht. Unter Stress können sie Tränen bilden. Sind sie verlegen, legen sie ihre Stirn in Falten. Die Haut der mexikanischen Nackthunde ist so dick, dass keine Zecke durchkommt, Flöhe und anderes Ungeziefer können sich im Fell nicht verkriechen. Xolos werden einfach abgespült, trocken gerieben und mit Lotion eingeschmiert. Wie ihre felligen Kollegen können Xolos können Sonne und Kälte gut vertragen. Im Sommer verdunkelt sich die Haut, im Winter wird sie wieder heller. Nur lang anhaltender Regen und Zugluft macht ihnen zu schaffen.Der Xolo ist ein lustiger Kerl
Rook: „Meine Rüden sind äußerst praktisch. Keine Haare auf dem Teppich, Traumhunde für Allergiker."

Der Xolo-Fan hat diese Hunderasse zum ersten Mal 2007 bei einem Besuch in Mexiko-City entdeckt und war von der Anmut und Eleganz der Tiere tief beeindruckt. Die Rasse selber ist ein wenig älter. Schon vor 3400 Jahren wurden die Hunde auf Keramikskulpturen abgebildet. In der Azteken-Mythologie war der Xolo der Vertreter des Gottes Xolotl, er zeigte den Menschen den Weg in das Totenreich, der Verzehr von Xola-Fleisch soll sogar vor Schmerz und schlechten Träumen geschützt haben.
Xolos sind sehr intelligentRook: „Noch heute werden die Hunde in ihrer ursprünglichen Heimat zu therapeutischen Zwecken verwendet. Sie helfen bei Rheuma und Asthma, ältere Menschen benutzen sie als Heizdecke. Vielleicht, weil ihre Körpertemperatur zwei Grad höher ist, als bei anderen Hunden."
Benny und Macho haben noch einen anderen rassespezifischen Vorteil: Ihnen fehlen die Reißzähne. Ihr Gebiss ist so ausgerichtet, dass die Hunde ihre Beute wie Engerlinge und Käfer unter der Erde finden, sie jagen kein Wild.
Rook: „Sie kauen auch nicht auf Knochen und lassen unsere Möbel in Ruhe."
Nur eins haben sie mit anderen Rassehunden gemeinsam: Sie sind nicht billig. 1500 Euro muss man schon für einen Hund ohne Haare hinblättern.