Beißvorfall in Wedding:

Bekommt dieser Hund die Todesspritze?Tierschutzbotschafterin Ines Krüger fordert eine zweite

Chance statt Giftspritze für Hund Tyson


Das Schicksal des Hundes Tyson, der vergangene Woche einen kleinen Jungen in Wedding attackiert hat, hängt am seidenen Faden. Geht es nach dem Veterinäramt Mitte, dann soll der knapp zwei Jahre alte Hund eingeschläfert werden. Der Tierschutzverein für Berlin und der Deutsche Tierschutzbund wollen das verhindern. „Wir fordern für Tyson eine zweite Chance, statt ihm die Todesspritze zu geben", sagt Tierschutzbotschafterin und TV-Moderatorin Ines Krüger. Zusammen mit Wolfgang Apel, dem Präsident des Tierschutzvereins für Berlin und des Deutschen Tierschutzbundes, setzt sich die Tierschützerin energisch dafür ein, den Hund in dem auf die Arbeit mit Problemhunden spezialisierte Tierschutzzentrum Weidefeld (Schleswig-Holstein) unterzubringen und dort zu therapieren.  TV-Moderatorin Ines Krüger

Den derzeit vorliegenden Informationen liegen keine Anzeichen dafür vor, warum es zu dem Beißvorfall kam. Auch wurden dem Vernehmen nach bisher keine Sachverständigen in den Fall einbezogen. „Geklärt werden muss, ob es eine einmalige Spontanreaktion auf die Handlung der Kinder war", sagt Dr. Katrin Umlauf, Fachreferentin des Deutschen Tierschutzbundes sowie Leiterin des Hundeprojekts in Weidefeld. „Es wäre angemessen, den Hund über eine längere Zeit zu beobachten und verschiedenen Situationen auszusetzen", erklärt sie. Auch müsse geklärt werden, welche Ursachen das Verhalten des Hundes hat. „Jedes Tier hat eine Chance auf eine Therapie verdient", so Umlauf. Aggressionsverhalten gehöre zum Verhaltensrepertoire eines jeden Tieres. Aus der Sicht des Tierschutzvereins für Berlin erscheint es allerdings fragwürdig, warum eine genaue Ursachenanalyse seitens des Amtes bislang offenbar ausblieb. „Nach derzeit vorliegenden Informationen gibt es keine Anzeichen, dass der etwa zweijährige Hund irreparabel geschädigt ist", so Umlauf.


Bislang ist Tyson in einem nicht für die Öffentlichkeit zugänglichen Sicherheitsbereich des Tierheims Berlin untergebracht. Aktuell geht von ihm keine Gefahr aus. Den Pflegern im Tierheim präsentiert sich das Tier freundlich und nicht aggressiv. Eine entsprechende Euthanasie-Anordnung des Amtes wird der Tierschutzverein nicht umsetzen. „Das vereinbart sich nicht mit dem Tierschutzgesetz und unserem ethischen Auftrag", sagt Wolfgang Apel. Und Ines Krüger appelliert erneut an die Verantwortlichen des Veterinäramtes von Mitte, ihre Entscheidung im Sinne des Tieres zu überdenken.


Tierschutzbotschafterin Ines Krüger meldet sich als Vermittlerin zu Wort: „Es ist schlimm, was dem kleinen Jungen widerfahren ist. Jetzt ist wichtig, dass der Neunjährige wieder gesund wird, seine Lebensfreude wieder findet. Damit er sein schlimmes Erlebnis überwinden kann, möchten wir, der TVB, ihn und seine Mutter, wenn er wieder gesund ist, zu einem erholsamen Aufenthalt an der Ostsee einladen. Spielen, toben, ausspannen - wenn er mag, möchten wir ihn dort auch gern in unser Tierschutzzentrum Weidefeld einladen, um mit geschulten Mitarbeitern das Erlebte zu verarbeiten und vielleicht sogar wieder Spaß und Freude im Umgang mit Tieren zu finden."


Fotos: TVB/ Sabine Münch (Foto Ines Krüger), TVB/ Marcel Gäding (Foto Tyson)