Mit einem Leckerli vor der Nase, geht es jedem Hund beim Arzt gleich wieder besserKeine Angst vor'm Tierarzt!

Text: Thomas Böhm/Fotos: Sönke Tollkühn

Ein Besuch beim Tierarzt verspricht den Hund meistens nichts Gutes. Er ist in einer fremden Umgebung, die nach Desinfektionsmitteln und vielen anderen Tieren riecht, einer nicht selbstbestimmten Situation ausgeliefert, ihm werden Schmerzen zugefügt und er fühlt sich in die Enge getrieben. Aber Tierarzt Jan Schneider aus Marienfelde hat ein paar Tricks auf Lager, damit Sie nach dem nächsten - notwendigen - Praxisbesuch nicht gleich selbst zum Neurologen müssen.
Sie können Ihrem Jungtier schon zu Hause einen Tierarztbesuch vorgaukeln, in dem Sie mit seinen Pfoten spielen, ihm die Lefzen hochziehen, in den Ohren herumpulen, auf einen Tisch heben oder den kleinen Körper mal auf die Seite rollen.
Den ersten Termin beim Tierarzt sollten Sie so früh wie möglich vereinbaren, wenn Ihr Tier als Welpe noch keine schlechten Erfahrungen gemacht hat und er sollte etwas Positives beinhalten. Ein Besuch ohne Behandlung, aber Leckerlis und Schmusereien schaffen Vertrauen von erster Stunde an.

Fahren Sie sich vor jedem Besuch herunter. Aufregung ist ansteckend. Je ruhiger der Mensch, desto cooler das Tier. Ein Termin beim Arzt sollte etwas ganz Normales sein.
Hunde sind zwar nicht nachtragend. Aber nehmen Sie sich beim Tierarzt etwas zurück und überlassen Sie das Handling den Fachleuten. So wird Ihr Tier Sie in guter Erinnerung behalten. Außerdem sind Sie als Halter sowieso viel zu zaghaft gegenüber ihrem eigenen Tier.Beim Tierarzt werden alle Vierbeiner gleich...
Auf keinen Fall Trost spenden. Das verunsichert die Tiere. Hunde können Mitleid nicht ertragen. Sie empfinden das als Zeichen der Schwäche. Wenn Ihr Hund Zicken macht, können Sie ihn ruhig mal anherrschen. Dann denkt er, Sie hätten alles unter Kontrolle und nur er wäre hier das Weichei.
Hunde sind bestechlich. Wenn Sie Ihrem Liebling in dem Moment, in dem er gepikt wird, eine leckere Paste vor die Schnauze halten, bekommt er von dem Eingriff überhaupt nichts mit.
Bleibt Ihr Hund störrisch und ängstlich, kann ein Termin außerhalb der Sprechstundenzeit auch Wunder bewirken. Fragen Sie Ihren Tierarzt.