Dieses Foto ist symbolisch gemeint, es handelt sich hierbei nicht um den erschossenen WolfVIER PFOTEN fordert lückenlose Aufklärung des Wolfsabschusses in Sachsen

Am 3. Mai ist eine Wölfin in der Nähe von Niesky im Landkreis Görlitz tot aufgefunden worden. Eine Untersuchung am Berliner Leibniz-Institut hat bestätigt, dass das junge Tier gewildert wurde. VIER PFOTEN verurteilt diese Straftat aufs Schärfste und fordert eine lückenlose Aufklärung und angemessene Bestrafung des Täters. Vor diesem Hintergrund warnt die Tierschutzorganisation erneut davor, die streng geschützte Tierart in Sachsen dem Jagdrecht zu unterstellen.

 

Der illegale Abschuss in dem ostdeutschen Bundesland ist leider schon der zweite innerhalb von zwei Jahren.  „Die Tat zeigt, dass manche Jäger keinerlei Interesse an einem friedlichen Zusammenleben mit den heimischen Tieren haben. Mit dem Gewehr lassen sich keine etwaigen Konflikte lösen", erklärt Wildtierexperte Thomas Pietsch. Umso mehr ist der sächsische Umweltminister jetzt gefordert, sämtliche Bestrebungen, die gefährdete Tierart in das Jagdrecht zu überführen, zu stoppen.


Zwar blieben Wölfe bei einer Aufnahme in das Landesjagdrecht weiterhin nach Bundes- und EU-Recht streng geschützt. Doch es besteht die Gefahr, dass sich die Akzeptanz von Abschüssen erhöhen würde. Der aktuelle Vorfall zeigt schon jetzt, dass Wölfe nicht vor einzelnen Fanatikern geschützt werden können. Hinzu kommt die permanente Bedrohung durch den Straßenverkehr. Allein durch Verkehrsunfälle sind in den letzten Monaten vier Tiere in der sächsischen Lausitz getötet worden. Der letzte erst in der vergangenen Nacht im Landkreis Spree-Neiße. Der kleine Wolfsbestand in Sachsen und ganz Deutschland ist stark bedroht und anfällig für Verluste. Thomas Pietsch betont: „Ein konsequenter Artenschutz besteht darin, echte und vermeintliche Konflikte zwischen Mensch und Wolf durch Präventionsmaßnahmen und Aufklärung der Bevölkerung zu entschärfen. Darauf muss sich der Freistaat auf Grundlage des Managementplans konzentrieren."